Daimler Truck erweitert seine eActros-Familie

NEUES E-LKW PORTFOLIO Die zweite Generation des Mercedes-Benz eActros 400 basiert auf dem eActros 600 und verschmilzt so zu einer Baureihe mit zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten, je nach Einsatzzweck, Anforderungen an Reichweite, Nutzlast und Komfort.

Kundinnen und Kunden des eActros können neu zwischen zwei Fahrerhäusern wählen: dem etwas günstigeren und leichteren L-Fahrerhaus mit niedrigerem Einstieg (vorn) oder der aerodynamisch verbesserten, grösseren ProCabin (hinten).
Hier rollt die neue eActros-Familie an. Kundinnen und Kunden können neu zwischen zwei Fahrerhäusern wählen: dem etwas günstigeren und leichteren L-Fahrerhaus (vorn) oder der aerodynamisch verbesserten, grösseren ProCabin (hinten).

Seit Ende 2024 fertigt Mercedes-Benz Trucks den batterieelektrischen Fernverkehrs-Lkw eActros 600 in Serie und hat ihn seither in 15 europäischen Ländern in Verkehr gesetzt, darunter auch die Schweiz. Nun zeigte der Hersteller erstmals im Rahmen einer Fahrveranstaltung den eActros 400 als neue Variante. Sie löst die bisherigen eActros 300/400-Modelle ab, deren Produktion Ende des Jahres ausläuft. Die neue eActros-Familie basiert nun ganz auf dem eActros 600:

  • Integrierte E-Achse mit zwei E-Motoren (400 kW Dauerleistung) und 4-Gang-Getriebe
  • 800-Volt-Architektur
  • Lithium-Eisenphosphat-Batteriezelltechnologie (LFP)
  • Fünf Rekuperationsstufen
  • Multimedia Cockpit Interactive 2 mit Sprachsteuerung
  • Moderne Assistenzsysteme, darunter
  • Auf E-Antrieb optimierter, vorausschauender Tempomat (PPC).

Mit den zahlreichen neuen Kombinationsmöglichkeiten auf Basis beider Modelle erweitert Mercedes-Benz Trucks gezielt sein Angebot an batterieelektrischen Lkw. So bietet der Hersteller den eActros künftig als eActros 400 mit zwei und als eActros 600 mit drei Batteriepaketen an – jeweils wahlweise als Sattelzugmaschine oder Fahrgestell, passend zu den individuellen Anforderungen an Einsatzzweck, Reichweite und Nutzlast. Zudem können die Kundinnen und Kunden zukünftig zwischen zwei Fahrerhäusern wählen: dem bewährten L-Fahrerhaus mit niedrigerem Einstieg oder der aerodynamisch verbesserten, grösseren ProCabin für maximalen Kabinenkomfort. Die ersten neuen Modelle rollten zum Teil noch im Jahr 2025 im Werk in Wörth am Rhein (D) vom Band. Übrigens wird die neue Modellgeneration nun komplett in einer Produktionshalle aufgebaut.

Der eActros 400 mit zwei Batteriepaketen bietet zwar weniger Reichweite als der eActros 600, dafür mehr Nutzlast.
Der eActros 400 (hier mit der klassischen L-Kabine) mit zwei Batteriepaketen bietet zwar weniger Reichweite als der eActros 600, dafür mehr Nutzlast.

eActros-Familie ermöglicht preiswerteren Einstieg

Die neuen eActros 400-Varianten ermöglichen einen preislich attraktiveren Einstieg in die Elektromobilität, da sie «nur» mit zwei LFP-Batteriepaketen à 207 kWh ausgestattet sind, die zusammen 414 kWh installierte Batteriekapazität liefern – daher die Bezeichnung «400». Da die unterschiedlichen Konfigurationen des eActros aber zu ebenso unterschiedlichen Reichweiten führen und je nach Fahrzeugklasse und Einsatzprofil variieren, ist es schwierig, einen Richtwert anzugeben. Bei konstanter Fahrweise im Fernverkehrseinsatz sind die Reichweiten in der Regel höher als bei Fahrten im regionalen schweren Verteilerverkehr. So nennt Mercedes-Benz Trucks für einen teilbeladenen eActros 400 6×2 mit Trockenkofferaufbau, wie er für den klassischen Einsatz im schweren Verteilerverkehr prädestiniert ist, bei einer Umgebungstemperatur von 20 Grad Celsius etwa eine Reichweite von bis zu 480 Kilometern.

Der eActros 600 hat wie bisher drei Batteriepakete mit insgesamt 621 kWh installierter Batteriekapazität – daher die Bezeichnung 600. Das ermöglicht eine konservativ geschätzte Reichweite von 500 Kilometern ohne Zwischenladen, wobei je nach Ausstattung, Fahrweise, Strecke sowie weiteren Einflussfaktoren auch deutlich mehr möglich sind: Für die verbrauchsgünstigste Kombination mit drei Batteriepaketen im klassischen Fernverkehrseinsatz und 40 Tonnen Gesamtzuggewicht wird die Reichweite mit bis zu 560 Kilometern angegeben. Zum Vergleich: Ist die eActros Sattelzugmaschine mit dem klassischen L-Fahrerhaus und nur zwei Batteriepaketen ausgestattet, erreicht sie im gleichen Einsatz und unter nahezu vergleichbaren Rahmenbedingungen eine Reichweite von bis zu 330 Kilometern.

Den eActros 600 mit drei Batteriepaketen wird es auch als 4×2- und 6×2-Fahrgestell mit diversen Radständen geben.
Den eActros 600 mit drei Batteriepaketen wird es auch als 4×2- und 6×2-Fahrgestell mit diversen Radständen geben.

400er mit Nutzlastvorteil

Der eActros 400 mit zwei Batteriepaketen weist ein geringeres Fahrzeuggewicht auf und bietet dadurch mehr Nutzlast als der eActros 600 mit drei Batteriepaketen. Durch die Gewichtsreduktion erhöht sich die maximale Sattellast des eActros 400 auf 9,5 Tonnen. In Kombination mit einem Standardauflieger ergibt das eine Nutzlast von über 25 Tonnen. Damit verfügt der eActros 400 über eine zusätzliche Nutzlast von mehr als 3 Tonnen gegenüber dem eActros 600 und erreicht somit das Niveau von Diesel-Lkw.

Geladen werden kann der eActros 400 wie auch der eActros 600 mit bis zu 400 kW über die serienmässige CCS2-Ladebuchse auf der linken Fahrzeugseite hinter dem Fahrerhaus. Optional ist eine zweite CCS2-Ladebuchse auf der rechten Fahrzeugseite bestellbar. Zwei Batteriepakete benötigen rund 46 Minuten, um von 10 auf 80 Prozent zu laden, bei drei Batteriepaketen beträgt die Ladezeit rund 70 Minuten. Neben dem CCS-Laden wird der für den Fernverkehr prädestinierte eActros 600 mit ProCabin später auch das Megawattladen ermöglichen. Eines der von uns gefahrenen Testfahrzeuge war bereits zu Entwicklungszwecken mit einer entsprechenden MCS-Steckdose ausgerüstet.

Positiv hervorzuheben ist die explizit auf den E-Antrieb abgestimmte Tempomat- und Getriebesteuerung PPC.
Positiv hervorzuheben ist die explizit auf den E-Antrieb abgestimmte Tempomat- und Getriebesteuerung PPC.

Fahrerhaus je nach Einsatzzweck

Kunden können künftig zwischen zwei Fahrerhäusern wählen: dem L-Fahrerhaus im klassischen Actros-Design und der futuristischen ProCabin. Beide Varianten sind sowohl für den eActros 400 mit zwei als auch für den eActros 600 als Pritschenfahrzeug mit drei Batteriepaketen verfügbar.

Das bereits bewährte L-Fahrerhaus mit 2,30 Metern Breite bietet dank seines um 170 mm niedrigeren Einstiegs und seiner kompakten Abmessungen gute Voraussetzungen für Einsätze mit häufigem Ein- und Aussteigen sowie für kürzere Strecken. Als Classic- oder StreamSpace-Variante erhältlich, verfügt es ebenfalls über das Multimedia Cockpit Interactive 2, MirrorCam und LED-Scheinwerfer. Das L-Fahrerhaus kann auch wirtschaftlich eine interessante Lösung für preissensible Kunden sein und ermöglicht zudem durch das geringere Gewicht einen (weiteren) leichten Nutzlastvorteil.

Die App Mercedes-Benz Trucks Remote Truck 3.0 bildet die Schnittstelle zwischen Nutzer und seinem Mercedes-Benz Lkw.
Die App Mercedes-Benz Trucks Remote Truck 3.0 bildet die Schnittstelle zwischen Nutzer und seinem Mercedes-Benz Lkw.

Die futuristisch designte und aerodynamisch optimierte ProCabin steht für ein Maximum an Komfort und eignet sich durch ihren ebenen Boden besonders für Langstrecken mit regelmässigen Übernachtungen. Im Innenbereich wartet das in drei Varianten verfügbare, 2,50 Meter breite Fahrerhaus als Stream, Big oder Giga mit zahlreichen Komfort-Merkmalen wie verbesserter Sitzheizung, Premium-Flachgewebe-Sitzbezug oder Betten mit vollwertigem Lattenrost und dicker Premium-Matratze auf.

Die eActros-Familie wächst

Künftig wird auch das Angebot an Radständen und Achsvarianten erweitert, um noch mehr Anwendungsgebiete abzudecken. Neu ist etwa der eActros 400 als 4×2-Sattelzugmaschine mit kürzerem 3700-mm-Radstand, wodurch er sich auch in schmalen Strassen oder engen Betriebshöfen leichter manövrieren lässt. Sowohl für den eActros 400 wie auch eActros 600 werden 4×2- und 6×2-Pritschenfahrgestelle mit unterschiedlichen Radständen verfügbar sein, und zwar sowohl mit ProCabin als auch mit L-Fahrerhaus.

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