Der Mercedes-Benz Van wird immer digitaler

EVOLUTION Wohl kaum ein Bild illustriert besser den beeindruckenden Fortschritt von rund 130 Jahren Technikgeschichte, als der 1896 vorgestellte Benz «Combinations-Lieferungs-Wagen» neben einem aktuellen Mercedes-Benz eSprinter. Bereits steht der nächste grosse Evolutionsschritt bevor.

Rund 130 Jahre Transportergeschichte in einem Bild: Aktueller Mercedes-Benz eSprinter neben einem Benz «Combinations-Lieferungs-Wagen» mit Jahrgang 1899.
Rund 130 Jahre Transportergeschichte in einem Bild: Aktueller Mercedes-Benz eSprinter neben einem Benz «Combinations-Lieferungs-Wagen» mit Jahrgang 1899.

Im Vorfeld seines Jubiläums «130 Jahre Transporter» spannt Mercedes-Benz Vans einen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft: Mit der Präsentation des ältesten fahrbereiten Lieferwagens der Welt, eines Benz Combinations-Lieferungswagens von 1899, und eines aktuellen Mercedes-Benz Van, einen eSprinter, blickt der Erfinder des Transporters auf seine einzigartige Erfolgsgeschichte seit 1896 zurück.

Diese begann unter dem Namen Benz und Cie. 1896, als Carl Benz mit gleich zwei Modellen den motorisierten Transporter erfunden hatte: dem Benz-Lieferungswagen als «Kutschwagen mit geschlossenem Wagenkasten» auf Basis des Benz Victoria und dem Benz Combinations-Lieferungswagen als «kleinem Kutschierwagen mit abnehmbarem Kastenaufbau» auf Grundlage des kleineren und leichteren Benz Velociped. Durch den abnehmbaren Aufbau konnte er mit wenigen Handgriffen in einen zweisitzigen Personenwagen verwandelt werden.

Schon der 1896 vorgestellte Benz Combinations-Lieferwagen war einem Pferdegespann im Nutzwert überlegen.
Schon der 1896 vorgestellte Benz Combinations-Lieferwagen war einem Pferdegespann im Nutzwert überlegen.

Bei beiden Modellen sorgte ein hinten liegend angeordneter Einzylinder-Viertaktmotor für den Antrieb – beim Lieferungswagen mit 2,7 Litern Hubraum und beim Combinations-Lieferungswagen mit 1,0 Litern. 300 Kilogramm Nutzlast (plus Fahrer) genügten für den innerstädtischen Transport. Die Leistungen von 2,75 bis 6 PS reichten für eine Höchstgeschwindigkeit von 15 bis 20 km/h, bei voller Zuladung. Die neuen Motorwagen waren damit schneller als ein zweispänniges Pferdefuhrwerk und konnten auch rund dreimal so viel Nutzlast transportieren. Das erste Exemplar des Lieferungswagens übergab Carl Benz am 5. Dezember 1896 an das Pariser Kaufhaus «Du Bon Marché». Der Preis: 4500 Mark.

Heute existiert als ältester fahrbereiter Transporter ein Benz Combinations-Lieferwagen aus dem Jahr 1899 im Bestand von Mercedes-Benz Classic. Gebaut wurde er von der Firma «Hewetson’s Ltd.» als offizielle Benz-Vertretung in Lizenz in England. Als «Ideal Van» leistete er 3 PS und konnte ca. 100 Kilogramm Nutzlast plus Fahrer befördern. Spätere Modelle hatten 3,5 PS und konnten bis zu 250 Kilogramm transportieren.

Der Mercedes-Benz Sprinter feiert seinen 30. Geburtstag – hier ein Exemplar der ersten Generation.
Der Mercedes-Benz Sprinter feiert seinen 30. Geburtstag – hier ein Exemplar der ersten Generation.

Der Mercedes-Benz Van der Zukunft

Mit der bevorstehenden Einführung der neuen VAN-Architektur startet eine neue Ära mit noch effizienteren, intelligenteren und vielseitigeren Transportern. Die neue Fahrzeugarchitektur wird künftig die Basis für alle neu entwickelten mittelgrossen und grossen Mercedes-Benz Vans sein. Sie erlaubt eine klare Differenzierung zwischen privat positionierten Grossraumlimousinen und gewerblich positionierten Vans im Premiumsegment.

Ab 2026 werden als Erstes die vollelektrischen Modelle der Van Electric Architecture (VAN.EA) für Privatkunden eingeführt. Den Anfang macht der VLE als Nachfolger des EQV. Zu einem späteren Zeitpunkt folgen die elektrischen gewerblichen Transporter – gut möglich also, dass auch Sprinter und Vito neue Namen erhalten. Hier hält sich der Hersteller noch bedeckt, wie auch bei vielen anderen Fragen zu Technik und Design. Da Vito und Sprinter aber künftig die VAN-Architektur teilen, werden sie (mutmasslich) dieselbe Spurbreite aufweisen.

Mit der zweiten Ausprägung der VAN-Architektur, der Van Combustion Architecture (VAN.CA), werden zusätzlich hochmoderne Verbrenner-Vans das künftige Portfolio für den privaten und gewerblichen Einsatz ergänzen.

Das Sprinter-Cockpit von 1995 transportiert uns in eine Zeit ohne Assistenzsysteme, dafür mit Kassettengerät.
Das Sprinter-Cockpit von 1995 transportiert uns in eine Zeit ohne Assistenzsysteme, dafür mit Kassettengerät.

Der zukünftige Mercedes-Benz Van wird mit einer Antriebsvielfalt sowie in zahlreichen Längen-, Radstands- und Gewichtsvarianten erhältlich sein. Das ermöglicht unterschiedliche Konfigurationen und branchenspezifische Auf- und Umbaulösungen – vom Kurier-, Express- und Paketdienst über Kühlfahrzeuge, Service- und Werkstattfahrzeuge, Kranken- und Rettungswagen, Pritschenfahrzeuge für die Baustelle und Personenbeförderung mit eingeschränkter Mobilität bis hin zu Camper Vans. Ziel ist es, alle Kundenwünsche bestmöglich zu erfüllen.

Over-the-Air-Updates für ein langes Fahrzeugleben

Auch im Hinblick auf Konnektivität und Software soll die nächste Transporter-Generation neue Standards setzen. Sie wird vollständig über das unternehmenseigene Mercedes-Benz Operating System (MB.OS) funktionieren, das bereits in ersten Pw-Modellen Einzug gehalten hat. MB.OS ermöglicht, Software und Hardware zu entkoppeln – und somit alle Features für jedes Modell und jede Variante anzubieten. Durch die tiefe Integration der Chip-to-Cloud-Architektur in das Fahrzeug lassen sich alle Aktuatoren und Sensoren präzise steuern – vom Infotainment über Komfort-Features bis hin zum Laden – für ein unvergleichliches Fahrerlebnis und die intelligente Integration von Fahrzeugfunktionen in die Benutzeroberfläche. Diese umfassende, tiefe Integration schafft neue Möglichkeiten. Auf den Bedarf der Kunden abgestimmte digitale Dienste wie beispielsweise VAN-Uptime oder die Large-Vehicle Navigation machen die Wartung und Nutzung des eigenen Vans noch effizienter.

Im Vergleich dazu das aktuelle Cockpit des eSprinter mit MBUX.
Im Vergleich dazu das aktuelle Cockpit des eSprinter mit MBUX.

Dank KI-gestütztem MB.OS wird jeder Transporter mit Hochleistungscomputern ausgestattet sein, die mit der Mercedes-Benz Intelligent Cloud verbunden sind. Dies ermöglicht Over-the-Air-Updates der Gesamtfahrzeug-Software inklusive Fahrassistenzsysteme. Jeder Transporter bleibt so über Jahre hinweg aktuell – ähnlich wie ein Smartphone, das regelmässig mit neuen Apps und erweiterten Funktionen ausgestattet werden kann.

MB.OS ermöglicht auch, Inhalte von externen Anbietern nahtlos zu integrieren. So können gewerbliche Kunden ihre eigenen Applikationen und notwendigen Tools beispielsweise zur Flottensteuerung oder Navigation direkt im Fahrzeug auf dem zentralen Bildschirm nutzbar machen. Dies wird auch für Aufbauten eine wichtige Rolle spielen, die dann über den Bildschirm kontrolliert und gesteuert werden können – die entsprechende App vorausgesetzt. Die Mercedes-typische Bedienoberfläche bleibt dabei erhalten – mit dem Vorteil eines gewohnten und geschätzten Kundenerlebnisses.

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