Grüne Branche trotzt Rekordhitze an der ÖGA in Koppigen
ÜBER 35 GRAD Trotz sengender Hitze pilgerten mehr als 18’600 Fachleute an die 33. ÖGA nach Koppigen. Die traditionsreiche Schweizer Leitmesse der «Grünen Branche» überzeugte mit praktischen Maschinendemonstrationen, hoher Fachkompetenz und einem leichten Ausstellerplus.

Die 1961 gegründete Fachmesse ÖGA bleibt der zentrale Schweizer Treffpunkt für Garten-, Landschafts- und Kommunaltechnik sowie den Spezialkulturenbau. Zur 33. Ausgabe hofften die Veranstalter erneut auf die Marke von 20’000 Eintritten. Dass es trotz tropischer Hitze – hochsommerliches Wetter ist bei jeder Durchführung fast selbstverständlich – letztlich beachtliche 18’635 Besuchende wurden, wertet die Messeleitung um Michael Flühmann als vollen Erfolg.
Ein struktureller Vorteil der ÖGA: Das Gelände auf dem Oeschberg bietet dank flexibler Feld- und Wiesenflächen Spielraum, das Areal – insbesondere bei Baumaschinen – bedarfsgerecht zu skalieren. Michael Flühmann ordnet die Messe als wichtigen Branchentreffpunkt ein, der trotz Herausforderungen stabil bleibt.

Innovationen und Fachkräfte im Fokus
412 Aussteller präsentierten ihr Portfolio, darunter 29 technische Innovationen. Sechs Maschinenneuheiten wurden mit den ÖGA Neuheiten-Awards 2026 ausgezeichnet. Gesprächsthema war neben den Kernthemen Gartenbau und Grünflächenpflege auch die zeitliche Nähe zur diesjährigen Suisse Public. Manche Aussteller nutzten Synergien und belegten beide Plattformen, während kleinere Betriebe teils personelle Prioritäten setzen mussten.

Auch der Fachkräftemangel beschäftigt die Branche. Laut Flühmann ist die Situation im Gartenbau nicht ganz so angespannt wie in anderen Handwerksberufen. Themen wie der Klimawandel stärken das Interesse Jugendlicher an grünen Berufen, wenngleich Produktionsbetriebe den Nachwuchsdruck stärker spüren als andere Bereiche. Gut ausgebildete Leute bleiben aufgrund der Konsolidierungen der letzten Jahre sehr gesucht.
Trends bei Antriebstechnik und Kommunalfahrzeugen
Was motorisierte Produkte betrifft, dominierten einerseits die inzwischen mehrheitlich batterieelektrisch angetriebenen Geräteträger und Multifunktionsfahrzeuge. Besonders bei den Pick-ups und Transportern gab es spannende Neuheiten zu entdecken, die speziell für den Kommunaleinsatz optimiert wurden.


Neben den klassischen Kleinfahrzeugen zogen auch grössere Spezialmaschinen die Blicke auf sich. Auf besonders grosses Interesse stiess die Live-Vorführung des Saugbaggers der Ernefant AG, der eindrücklich demonstrierte, wie effizient moderne Technik im Tiefbau und bei kommunalen Aufgaben eingesetzt werden kann.

Abgerundet wurde die Messe durch die Sonderschau «rundum gesund». Dr. Jürn Sanders, Vorsitzender der Geschäftsleitung FiBL Schweiz, betonte: «Die Resilienz beginnt im Boden. Gesunde Böden bringen gesunde Pflanzen hervor.» Die 34. Ausgabe der ÖGA findet vom 28. bis 30. Juni 2028 wieder in Koppigen BE statt.







