«Tag der Schweizer Garagen» feierte 20. Geburtstag

AUTOGEWERBE-BRANCHENTREFF 861 Personen haben im Berner Kursaal die 20. Austragung des «Tag der Schweizer Garagen» verfolgt. Im Jubiläumsjahr ging es um unternehmerische Voraussicht, Verantwortung und die Frage, wie sich die Branche erfolgreich durch den Wandel steuert.

Die 20. Austragung des «Tag der Schweizer Garagen» wurde von 861 Gästen im Berner Kursaal verfolgt – genau gleich viele wie letztes Jahr.

Mit den Worten «Sie werden Ihren Besuch nicht bereuen» eröffnete AGVS-Zentralpräsident Manfred Wellauer am 13. Januar 2026 den Anlass, der heuer seinen 20. Geburtstag feierte. In seiner Rede spricht er vom tiefgreifenden Umbruch der Branche und appelliert an das Publikum: «Übernehmen wir Verantwortung. Nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung.» Verantwortung bedeute dabei, Entscheidungen aktiv zu treffen und den Wandel mitzugestalten.

Die Branche, aber auch wir von TIR transNews, sprechen schon länger von «Transformation». Ein Experte in diesem Fach ist Ralph Panoff, Geschäftsführer von Panoff Consulting. Er stellte die operative Performance ins Zentrum und betonte die Bedeutung von Zahlen: «Zahlen lügen nie. Entscheidend ist, dass wir sie verstehen.» Schuldzuweisungen führten nicht weiter, solange Ursachen nicht analysiert seien. Denn zwischen operativer Exzellenz und Unternehmenserfolg bestehe ein klarer Zusammenhang.

Heikle Momente, wie sie das Garagengewerbe derzeit öfters durchmacht, hat Wingsuit-Pilotin und Weltmeisterin Jenna Gygi schon zuhauf erlebt. Und sie weiss, wie man damit umgeht.

Gen Z überrascht mit Lust aufs Automobil

Einen wissenschaftlichen Blick in die Zukunft liefert die Studie «Garage 2035: Menschen Technik Wandel». Sie wurde präsentiert von Prof. Dr. Ingrid Bauer-Hänsel, Bruno Aebli und Maximilian Breitruck von der Universität St. Gallen. Die Umfrage zeigt: Das Auto bleibt relevant – 78 Prozent der Generation Z wollen bis 2035 ein (neues) Auto anschaffen. Die Motivation für den Elektro-Shift sei vorhanden. Das Fazit der Forschenden: Die Garage der Zukunft ist digital, aber sie bleibt menschlich.

In einer Podiumsdiskussion mit AGVS-Geschäftsführer Christian Wyssmann und Zentralpräsident Manfred Wellauer wurde die E-Occasions-Kampagne «Fahr mit dem Strom» thematisiert. Denn obwohl Kunden heute gute E-Occasionen zu attraktiven Preisen finden können, halten sie sich zurück. Hier möchte die Kampagne vor allem Aufklärungsarbeit leisten. Auf eine kritische Frage zur Elektrifizierung aus dem Publikum antwortete Wellauer: «Das eine tun, das andere nicht lassen.»

Astra-Chef Jürg Röthlisberger sprang kurzfristig für den erkrankten Albert Rösti ein.

Überraschungsgast zum 20. Geburtstag

Einen politischen Akzent setzt Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen Astra, der kurzfristig für den erkrankten Bundesrat Albert Rösti einsprang. Er betonte, wie verbreitet die Kultur der Zusammenarbeit innerhalb des Garagengewerbes sei. «Keiner arbeitet im Silo.» Dazu gehöre auch die Bereitschaft zu Versuch und Irrtum.

«Zentrales Element der Innovation ist E-Mobilität», so Röthlisberger. «Für Pw ist die Ladeinfrastruktur in der Schweiz relativ gut ausgebaut. Die Elektrifizierung des Schwerverkehrs geht ebenfalls beeindruckend voran. Ziel ist, ein leistungsfähiges Ladenetzwerk für den Schwerverkehr entlang der Hauptverkehrsachsen zu schaffen. Mit 17 Prozent BEV-Anteil bei den Lkw sind wir beeindruckt – herzlichen Dank!»

Künftig würden alle Formen der Mobilität sicher, günstig und nachhaltig verfügbar sein. «Dabei ist die batteriegestützte E-Mobilität nicht zu schlagen im Hinblick auf Effizienz. Bei langen Distanzen werden Hybridsysteme kommen, vielleicht E-Fuels, wir werden sehen – gut ist, dass wir nichts verboten haben und es auch nicht vorhaben.»

Er wies auf die hohen Unterhaltskosten des in die Jahre gekommenen Strassennetzes hin: «Die Autobahnbrücken sind 50 Jahre alt und müssen ertüchtigt werden. Der Wegfall der fossilen Treibstoffzölle muss also irgendwie kompensiert werden, teilweise durch die E-Mobilität.»

«Wie steht es um Cargo sous terrain?», lautete eine Frage aus dem Publikum. Seine Antwort: «Ja, das wüsste ich auch gerne. Die Romands haben einen Ausdruck: une fausse bonne idée.» Röthlisberger liess das unkommentiert stehen. Das Internet übersetzt uns: «Theoretisch eine gute Idee, aber nicht in der Praxis.»

Auch EuroSkills-Gewinnerin Alina Knüsel (Mitte) stand am 20. Geburtstag des «Tag der Schweizer Garagen» auf der Bühne.

Entschärft sich die Nachwuchsproblematik?

Michael Raaflaub, Geschäftsleiter des Vereins Lehrstellennetz und verantwortlich für die Berufsplattform «Lehrberufe Live!» (deren Idee aus einem zufälligen TikTok-Video entstand), präsentierte einige Zahlen zum Potenzial künftiger Lernender. Tatsächlich werden bald wieder viel mehr Lehrstellensuchende in den Markt kommen. Danach standen Nutzfahrzeug-Mechatronikerin und EuroSkills-Gold-Gewinnerin Alina Knüsel, ausgezeichnete SwissSkills-Talente sowie Olivier Maeder, beim AGVS zuständig für den Bereich Bildung, im Rampenlicht.

Die Ausgabe Nummer 21 findet am 19. Januar 2027 statt.

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