Drei neue Scania für Schutz & Rettung Zürich

ABLIEFERUNG Die beiden vierachsigen, mit Hakengerät versehenen Lastwagen sind vorwiegend in der Stadt Zürich unterwegs, während der Fünfachser – ebenfalls mit Hakengerät auf dem Flughafen Zürich-Kloten stationiert ist.

Gleich drei neue Scania 500G verstärken neu den Fuhrpark der Schutz & Rettung Zürich.

Schutz & Rettung Zürich vereint Feuerwehr, Sanität, Zivilschutz, Einsatzzentrale (144/118) und Feuerpolizei der Stadt Zürich, sowie die Rettungsorganisation des Flughafens Zürich. Zudem betreibt SRZ die Höhere Fachschule für Rettungsberufe. Schutz & Rettung Zürich beschäftigt rund 900 Personen, führt den Einsatz von rund 1500 Milizangehörigen, setzt dafür 230 Fahrzeuge ein und ist somit die grösste zivile Rettungsorganisation der Schweiz. Im Jahr 2024 nahm die Einsatzzentrale 144/118 rund 160.000 Notrufe entgegen. Die Sanität leistete über 41.000 Einsätze und die Feuerwehr rückte über 5200 Mal aus. Dazu leisteten die Angehörigen des Zivilschutzes über 6800 Diensttage.

Schutz & Rettung Zürich seit 2008 auch für Flughafen verantwortlich

Seit 2008 ist Schutz & Rettung Zürich auch für die rettungsdienstliche Versorgung und die Feuerwehr am Flughafen Zürich zuständig. Das gilt sowohl auf der für Passagiere und Besuchende frei zugänglichen «Landseite» als auch luftseitig jenseits der Sicherheitskontrolle auf dem Rollfeld und den Pisten. Für den Fluglöschbetrieb gelten eigene Zeit- und Leistungsvorgaben der internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ICAO.

Alle drei Fahrzeuge baute die Firma Notterkran ein Hakengerät Multilift Ultima 26Z.65 Flex auf.

Synergien nutzen

Die Wache Flughafen befindet sich luftseitig auf dem Werkhofareal der Flughafen Zürich AG (FZAG). Die Disziplinen Sanität und Berufsfeuerwehr nutzen die Wache gleichermassen, wobei die Fahrzeuge der Feuerwehr die Mehrheit der Fläche beanspruchen. In der angrenzenden Halle stehen die Rettungswagen der Sanität. Die 2020 fertiggestellte Wache ist nicht nur ein hochtechnisches Infrastrukturgebäude, sondern zugleich ein Aufenthaltsort für die Mitarbeitenden. Es herrscht ein 24-Stunden-Betrieb, folglich findet hier auch der soziale Austausch statt. Während die Einsatzfahrzeuge im Erdgeschoss stehen, befinden sich Ausbildungs-, Büro- und Aufenthaltsräume, sowie Küche und Sportraum im zweiten Obergeschoss.

Schnelle Einsatzbereitschaft

Bei einem Alarm gehen das Licht und der Alarm genau in denjenigen Funktionsruheräumen an, in denen sich die zuständigen Einsatzkräfte befinden. Über eine Rutschstange gelangen die AdF (Angehörige der Feuerwehr) innert Sekunden zu den Fahrzeugen. Das Schliesssystem wird entriegelt und die Einsatzfahrzeuge werden von der Ladestation entkoppelt. Innerhalb von drei Minuten müssen die AdF jeden Bereich des Flughafenareals erreichen. Dies ist vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) und der ICAO so vorgegeben.

Eine Scania-Spezialität ist der lange Radstand beim Fünfachser, der so alle Grössen von Aufbauten aufnehmen kann.

Besondere Vorkehrungen für Airbus A380

Da der Flughafen Zürich auch vom Airbus A380 angeflogen wird, muss bei einem Einsatz immer mit drei Fahrzeugen mit jeweils über 10.000 Litern Löschmittel ausgerückt werden. Je nach Ereignis findet eine Aktivrettung statt, das heisst, es wird den Menschen mit der feuerwehreigenen Nottreppe aus dem Flugzeug geholfen, anstatt dass sie sich selbstständig über die Rutschen ins Freie begeben. Das vermindert die Verletzungsgefahr stark. Je drei grosse Löschfahrzeuge des Typs Z8 sind auf der Wache und dem Satellit Nord stationiert. Etwa 65 bis 70 Erstfälle gibt es pro Jahr im Zusammenhang mit Flugzeugen, den Einsatz der Ölwehr nicht eingerechnet.

Viermonatige Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann

Wer bei der Flughafen-Feuerwehr, dem Airport Fireservice arbeitet, durchläuft eine spezifische und vier Monate dauernde Ausbildung oder ist ausgebildeter Berufsfeuerwehrmann (eidg. FA). Die AdF des Flughafens sind in drei Dienstgruppen mit je 41 oder 42 Personen aufgeteilt. Ein Dienst dauert jeweils 24 Stunden, danach haben die Berufsfeuerwehrleute 48 Stunden frei.

Einer der beiden 8×4*4 NB mit zwei angetriebenen Hinterachsen und einer lenk- und liftbaren Nachlaufachse.

Die neuen Scania-Fahrzeuge für Schutz & Rettung Zürich

In den vergangenen Monaten konnte Schutz & Rettung Zürich gleich drei neue Scania-Fahrzeuge in Betrieb nehmen. Auf der Wache des Flughafens Zürich steht neu ein fünfachsiger Scania 500G B 10×4*6 NB. Das Fahrzeug ist vollluftgefedert und hat eine lenk- und liftbare Nachlaufachse. Der Motor der neuesten Serie verfügt über 500 PS und entspricht der aktuellen Abgasnorm. Dazu ist er mit den Sicherheits- und Assistenzsystemen der neuesten Generation ausgerüstet. Für hohe Flexibilität im Einsatz sorgt der Aufbau aus dem Hause Notterkran: Ein hinter der Kabine montierter Fassi F545RA.2.26 xe-dynamic-Kran mit 16,3 m hydraulischer und zusätzlich 7,2 m manueller Reichweite und einer integrierten Seilwinde ermöglichen präzise und kraftvolle Kranarbeiten. Ergänzt wird das Fahrzeug durch ein Multilift Ultima 26Z.65 Flex Hakengerät mit einer Hub- und Kippkapazität von 26 t. Es können sämtliche Container der Feuerwehr transportiert werden, wie zum Beispiel das Flugzeug-Bergungsmaterial oder einer der drei Chemiewehr-Container der Gebäudeversicherung. Zudem wird der Fünfachser zur Bergung von Kleinflugzeugen eingesetzt.

Zwei Scania 8×4*4 NB Vierachser

Dasselbe gilt auch für die beiden anderen 8×4*4 Fahrzeuge. Sie verfügen über denselben Motor und Antriebsstrang wie der Fünfachser, sind aber nur mit vier Achsen ausgestattet. Auch sie sind mit einem Hakengerät Multilift Ultima 26Z.65 Flex ausgerüstet und dienen dem Transport verschiedenster Aufbauten. Der lemonfarbige Vierachser ist am Standort Sihlhölzli an der Weststrasse in Zürich untergebracht. Er transportiert vier grosse Bobinen mit Schläuchen oder den Geniecontainer, welcher in Oerlikon stationiert ist. Der weisse Scania ist mit der Sanitätshilfsstelle oder einem Container mit Katastrophenmaterial der Sanitätskompanie beladen und bei der Ausfahrt des Milchbuck-Tunnels stationiert.

Von links: Dani Stoll, Korporal MBA, Manfred Rothlin, Einsatzleiter und Dienstgruppenleiter, Technischer Offizier und John Feusi, Gefreiter Berufsfeuerwehrmann, FA

Schutz & Rettung Zürich sehr zufrieden mit der Marke Scania

Manfred Rothlin, Einsatzleiter, Dienstgruppenleiter der Dienstgruppe 5 und Technischer Offizier, gehört zusätzlich der Arbeitsgruppe Fahrzeuge und Beschaffung von Schutz & Rettung Zürich an und ist Nutzervertreter der Wache Flughafen. Er erklärt, dass SRZ sehr zufrieden ist mit dem Produkt Scania. Inzwischen verfügt man über zehn Scania-Tanklöschfahrzeuge (TLF) und fünf Scania Autodrehleitern (ADL). Das Gute sei, dass die AdF an Scania gewohnt seien und so auch unter Zeitdruck bei einem Einsatz wüssten, wie jedes dieser Fahrzeuge zu bedienen ist. Die Lastwagen mit Hakengeräten sind so konzipiert, dass mit jedem dieser Lastwagen jeder Container geladen werden kann. Scania ist der einzige Hersteller mit einem derart tiefen und langen Fahrgestell im Angebot, mit dem auch mit den höchsten und längsten Containern die maximale zulässigen Masse des Fahrzeugs nicht überschritten werden. Dies ist ein weiterer Punkt, weshalb man sich bei SRZ für Scania entschieden hat.

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