KI in der Recyclingbranche: Konkrete Lösungen aus der Praxis
RÜCKBLICK Am Forum Entsorgungs-Technik der Getag AG diskutierten rund 60 Fachleute in Solothurn über praxisnahe KI-Anwendungen, die schon heute Fremdstoffe im Biomüll erkennen, Brandrisiken durch Lithium-Ionen-Batterien minimieren und Sortierprozesse effizienter gestalten.

Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Werkzeug in der Entsorgungs- und Recyclingbranche. Ob bei der Erkennung von Fremdstoffen im Biomüll, der Detektion von Lithium-Ionen-Batterien oder der Optimierung von Aufbereitungsprozessen – intelligente Systeme leisten bereits heute einen konkreten Beitrag zu mehr Sicherheit, Qualität und Effizienz. Vor diesem Hintergrund organisierte die Getag Entsorgungs-Technik AG am 3. Juni 2026 im Alten Spital Solothurn das diesjährige Forum Entsorgungs-Technik. Rund 60 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen und praxisnahe Anwendungen auszutauschen. Den Auftakt machte Yvan Grepper, Unternehmer und Abfallexperte bei Getag. Er zeigte auf, wie sich KI von einer Zukunftstechnologie zu einem Werkzeug für den Arbeitsalltag entwickelt hat und welche Chancen, Herausforderungen und Veränderungen damit verbunden sind.

Von der Theorie zur Praxis
Anschliessend zeigte Dr. Julien Dupont von Cortexia auf, wie künstliche Intelligenz bereits bei der kommunalen Sammlung eingesetzt werden kann, um Fremdstoffe im Biomüll frühzeitig zu erkennen. Anhand konkreter Beispiele erläuterte er, wie datenbasierte Analysen dazu beitragen können, die Qualität von Bioabfällen nachhaltig zu verbessern. Nathanael Laier von WeSort.AI präsentierte moderne KI-Systeme zur Erkennung von Lithium-Ionen-Batterien in gemischten Abfallströmen. Er zeigte, wie solche Systeme Sicherheitsrisiken reduzieren und die automatisierte Ausschleusung von Batterien ermöglichen können. Angesichts der steigenden Zahl von Batteriebränden in Sammel- und Sortieranlagen stiess das Thema auf grosses Interesse. Philip Gassner von SwissFarmerPower Inwil gewährte schliesslich einen praxisnahen Einblick in die Bioabfallverwertung. Er zeigte anhand einer realisierten Anlage auf, wie moderne Aufbereitungstechnik dazu beiträgt, Fremdstoffe zuverlässig aus Grüngut zu entfernen und gleichzeitig die Qualität des Endprodukts sowie die Energieausbeute zu steigern.
Austausch unter Fachleuten
Durch die Veranstaltung führten Nicole Waldmann und Yvan Grepper. Im Rahmen der Podiumsdiskussion diskutierten Rachel Neuenschwander von der Stadt Thun, Nathanael Laier von WeSort.AI sowie Philip Gassner von SwissFarmerPower über Chancen, Herausforderungen und konkrete Erfahrungen mit KI-Anwendungen in der Praxis. Dabei wurde deutlich, dass intelligente Systeme zunehmend zu einem festen Bestandteil moderner Recycling- und Aufbereitungsanlagen werden. Beim anschliessenden Apéro nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich mit Referenten und Branchenkollegen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Das Forum Entsorgungs-Technik zeigte eindrücklich, dass künstliche Intelligenz in der Entsorgungswirtschaft längst keine Zukunftsvision mehr ist, sondern bereits heute konkrete Mehrwerte für Qualität, Sicherheit und Effizienz schafft. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich auf der Webseite von Getag.
