VW Nutzfahrzeuge brachte Neuheiten auch in Details

STARKE PALETTE Der neue Transporter und der Multivan mit PHEV-Allradantrieb 4Motion besetzten im vergangenen Jahr bei VWN die Hauptrollen. Doch auch andere Modelle erhielten Upgrades, wie etwa der Crafter, der Caddy eHybrid und der ID. Buzz Cargo 4Motion.

Der VW Crafter mit neuem Innenleben überzeugt mit neuen Fahrassistenten, erstklassigem Handling und wertigem Cockpit.
Der VW Crafter mit neuem Innenleben überzeugt mit neuen Fahrassistenten, erstklassigem Handling und wertigem Cockpit.

VW Nutzfahrzeuge darf sich rühmen, eines der modernsten Portfolios im Markt zu haben – und damit erfolgreich zu sein. Nebst den grossen Premieren gab es auch diverse Modell-Updates. So wurde der Crafter bereits vor über einem Jahr umfangreich technisch überarbeitet, dies nicht zuletzt aufgrund der Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften, etwa bezüglich Cyber-Security. Dazu wurde eine komplett neue Elektronikarchitektur nötig. Diese ermöglichte nun ein neues Infotainmentsystem mit frei stehendem Display sowie das «Digital Cockpit» zusammen mit einem serienmässigen Multifunktionslenkrad. Es bietet eine intuitive Bedienbarkeit, modernste Apps und einen hohen Grad der Individualisierung und verfügt optional über den digitalen Sprachassistenten IDA mit ChatGPT- Integration. Neu sind ebenfalls einige elektronische Bedienelemente wie die elektronische Parkbremse mit Auto-Hold-Funktion und der Wählschalter des 8-Gang-Automatikgetriebes, die Bedienelemente der Lichtfunktionen, die Tastenfelder im Bereich der Mittelkonsole sowie sämtliche Luftausströmer.

Dank neuer elektronischer Architektur verfügt nun auch der grosse Transporer Crafter über ein digitales Cockpit.
Dank neuer elektronischer Architektur verfügt nun auch der grosse Transporer Crafter über ein digitales Cockpit.

Generell serienmässig ist nun der «Front Assist» (Notbremsassistent inklusive Radfahrer- und Fussgängererkennung), der «Lane Assist» (Spurhalteassistent), die Verkehrszeichenerkennung, ein Geschwindigkeitsbegrenzer und eine akustische Einparkhilfe für den Heckbereich. Optional wird für den Crafter erstmals der «Travel Assist» angeboten. Er kombiniert die Distanzregelung «ACC» (automatisches Beschleunigen und Bremsen) und den «Lane Assist». In Kombination mit dem «Travel Assist» findet auch der «Emergency Assist» (automatisches Abbremsen und Manövrieren an den Fahrbahnrand bis zum Stillstand) Einzug in den Crafter.

Neu und serienmässig beim Crafter mit N2-Zulassung (>3,5 t) ist das «Blind Spot Informationssystem», das den Fahrer im Stadtverkehr (0-30 km/h) auf Fussgänger und Fahrrad- oder Rollerfahrer hinweist, die sich im toten Winkel seitlich neben dem Fahrzeug befinden. Ebenfalls neu und serienmässig für die N2-Modelle: ein «Moving Off-Informationssystem» (informiert beim Anfahren, ob sich Passanten vor dem Crafter aufhalten). Für N1-Fahrzeuge gibt es dieses System optional.

Moderner Diesel-Antriebsstrang

Der Crafter mit Frontantrieb ist mit zwei TDI-Motoren (103 und 130 kW resp. 140 und 177 PS; 360 und 410 Nm) und Sechsgang-Schaltgetriebe oder 8-Gang-Automatikgetriebe erhältlich. Den Allradantrieb 4Motion gibt es nur mit der stärkeren Motorisierung und Automatik. Ein Heckantrieb ist ebenfalls angekündigt.

Eine kurze Testfahrt mit der 130-kW-Variante und 8-Gang-Automatik offenbarte keine Schwächen, im Gegenteil, sie hinterliess ein Gefühl der Begeisterung aufgrund dessen, wie nahe heute ein Large Van einem SUV gekommen ist, den elektronischen Helferlein sei Dank.

Der Caddy eHybrid ist sowohl als Pw (Bild) als auch als Cargo erhältlich.
Der Caddy eHybrid ist sowohl als Pw (Bild) als auch als Cargo erhältlich.

Der teilelektrifizierte Caddy-Antrieb

Mit dem neuen Modelljahr 2025 erweiterte Volkswagen Nutzfahrzeuge das Antriebsangebot des Caddy: Neben den 2.0 TDI (Diesel) und dem 1.5 TSI (Benziner) erweitert eine Plug-in-Hybrid-Variante auf Basis des 1,5-l-Benziners mit nun 85 kW Leistung das Caddy-Portfolio. Zusammen mit der elektrischen Antriebseinheit kommt dieser Caddy eHybrid als PHEV (Plug-in-Hybrid Electric Vehicle) auf eine Systemleistung von 110 kW und ein Drehmoment von bis zu 350 Nm. Eine Shift-by-Wire-Automatik sorgt für die Kraftübertragung. Dank einer nutzbaren Batteriekapazität von 19,7 kWh sind rein-elektrische Reichweiten von bis zu 122 km möglich. In unserem Testbetrieb lagen zumindest immer gut 100 km drin – was im urbanen Alltag fast immer den ganzen Tag emissionsfreies Fahren ermöglichte. Nur bei «Ausflügen» in entferntere Regionen musste sich der Benziner länger zuschalten.

Praktisch dabei ist die Möglichkeit, mit einem Klick im Display selbst zu entscheiden, wann der Caddy die elektrische Reichweite nutzen soll – etwa gleich zu Anfang, zwischendrin, oder erst am Zielort. Die Antriebsbatterie kann an Gleichstrom-Schnellladern (DC) mit bis zu 50 kW oder an Wechselstrom-Wallboxen mit 11 kW auch zu Hause nachgeladen werden. Der Caddy eHybrid erreicht in der Pw-Version eine Höchstgeschwindigkeit von 183 km/h und als Cargo eHybrid fast identische 181 km/h.

Und somit ist klar: Der Caddy eHybrid ist sowohl als Pw als auch als Cargo erhältlich. Beide gibt es wahlweise mit normalem Radstand – dann als Pw mit fünf sowie als Cargo mit zwei Sitzen – und als Maxi mit langem Radstand. Dann finden im Pw bis zu sieben Personen Platz. Alle Plug-in-Hybride sind mit einem Sechs-Gang-DSG-Automatikgetriebe ausgestattet.

Der VW ID. Buzz Cargo 4Motion ist mit 340 PS das stärkste Nutzfahrzeug von Volkswagen aller Zeiten.
Der VW ID. Buzz Cargo 4Motion ist mit 340 PS das stärkste Nutzfahrzeug von Volkswagen aller Zeiten.

Elektrisch mit Allrad – und Power

Das bisher stärkste Nutzfahrzeug mit VW-Zeichen fährt vollelektrisch: Der bereits vor über einem Jahr angekündigte ID. Buzz Cargo 4Motion bildet als Cargo-Topversion die Speerspitze. Der Allrad-Kastenwagen wird von jeweils einer E-Maschine an der Vorder- und Hinterachse angetrieben, die zusammen eine Systemleistung von 250 kW (340 PS) zur Verfügung stellen – nie zuvor war ein Volkswagen Nutzfahrzeug stärker.

Als Energiespeicher ist eine 79-kWh-Batterie an Bord, die an DC-Schnellladesäulen mit bis zu 185 kW geladen werden kann. Ein interessanter Nebeneffekt: Durch den elektrischen Allradantrieb steigt die Anhängelast des als Zwei- und Dreisitzer konfigurierbaren ID. Buzz Cargo 4Motion gegenüber der 210-kW-Heckantriebsversion von 1200 kg auf 1800 kg (gebremst, bei 12 Prozent Steigung).

Im ID. Buzz Cargo 4Motion lassen sich auch verschiedene Fahrmodi anwählen.
Im ID. Buzz Cargo 4Motion lassen sich auch verschiedene Fahrmodi anwählen.

Wer bisher mit seinem vielleicht älteren Lieferwagen gemächlich übers Land rollte, wird sich hinter dem Steuer des Cargo 4Motion fühlen, als wäre er in ein anderes Universum gebeamt worden. Der Allradantrieb sorgt für hervorragende Traktion, sodass die Kraft der 250-kW-Elektromotoren direkt auf die Strasse gebracht werden kann. Die Beschleunigung ist (für einen Transporter) brachial – und macht Riesenspass. Nur bleibt mit einer allzu sportlichen Fahrweise die kombinierte WLTP-Reichweite von bis zu 432 km dann unerreichbar.

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