Innovation und Vernetzung an der Logistics & Automation in Bern

LOGISTIKMESSE Ende Januar 2026 wurde die Halle 3.0 der Bernexpo zum Branchentreffpunkt. Mit 179 Ausstellenden und 3121 Fachbesuchenden – gemeinsam mit der parallel stattfindenden «Empack» – wurde die «Logistics & Automation» erneut ihrer Rolle als führende Schweizer Logistikmesse gerecht.

Automatisierung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Effizienzsteigerung standen im Fokus der Doppelmesse «Logistics & Automation» und «Empack».
Automatisierung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Effizienzsteigerung standen im Fokus der Doppelmesse «Logistics & Automation» und «Empack».

Unter dem Motto «Discover, Learn, Connect» wurden zukunftsweisende Technologien in den Bereichen Automatisierung und künstliche Intelligenz sowie nachhaltige Logistik- und Intralogistiklösungen präsentiert. Der Messeveranstalter Easyfairs Switzerland GmbH konnte dabei erneut auf die Unterstützung engagierter Partner wie Astag, GS1 Switzerland, Swiss Logistics by ASFL SVBL, ILS und Swiss SupplyChainTech zählen. Zusätzlich zu Ausstellungen und Fachvorträgen boten die «Guided Tours» von GS1 Switzerland einen gezielten Überblick über die relevanten Entwicklungen im Bereich der neuen 2D-Codes (Barcodes oder Matrix-Barcodes).

Ein Rundgang durch die Messe zeigte auf: Technologische Entwicklungen treiben die Branche stark voran. Automatisierung, Robotik, autonome Transportsysteme, Big Data und künstliche Intelligenz gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gerade KI entfaltet ihr Potenzial dort, wo strukturierte, hochwertige Daten verfügbar sind – etwa in der prädiktiven Planung, im Bestandsmanagement oder in der Prozessautomatisierung. Auch der Fachkräftemangel bleibt eine der grössten Herausforderungen der Logistikbranche. Neben technologischen Lösungen braucht es neue Perspektiven auf Attraktivität, Qualifikation und Weiterbildung.

Offen für Gespräche am Stand (von links): Christian Kempter-Imbach (Imbach Logistik), Corinne und Peter Galliker.
Offen für Gespräche am Stand (von links): Christian Kempter-Imbach (Imbach Logistik), Corinne und Peter Galliker.

Logistiker mit eigener Agenda

Gleich zwei wichtige Player der Transportlogistik waren mit einem Stand vor Ort. Corinne Galliker, Leiterin Verkauf und Marketing sowie Mitglied der Geschäftsleitung der Galliker Transport AG, zu ihrem Auftritt: «Es freute uns, Kunden, Besucher sowie Interessierte und Bekannte aus der Transport- und Logistikwelt bei uns für einen gegenseitigen Austausch zu den aktuellen Themen willkommen zu heissen. Dieses Jahr stellten wir neben dem Galliker-Academy-World-Konzept unser neuestes E-Mobilitätsinfrastrukturprojekt vor, das Anfang 2025 ins Leben gerufene ‚Zero Emissions Network‘, um die Elektrifizierung der eigenen Fahrzeugflotte sowie den Ausbau einer nachhaltigen Energieinfrastruktur an den Standorten konsequent voranzutreiben. Das Ziel des Netzwerks besteht darin, die Transformation hin zu einer emissionsfreien Logistik zu ermöglichen und gleichzeitig einen bedeutenden Beitrag zur CO₂-Reduktion im Schweizer Güterverkehr zu leisten.»

Ebenfalls vor Ort war die Sulser Logistics Solutions AG. Sie warb für freie Palettenplätze im Hochregallager ihres Logistikzentrums Brunegg (Aargau) sowie für verschiedene Lager- und Logistikflächen, inklusive Logistikdienstleistungen. Auf die Frage, wie es zurzeit um die Logistikbranche steht, antwortet Peter Mollenkopf, Geschäftsführer der Sulser Logistics Solutions AG: «Geopolitische Faktoren dämpfen weltweit das Wirtschaftswachstum, Unternehmen sind vorsichtig und zurückhaltend, was Investitionen betrifft, was sich etwa aktuell am Nutzfahrzeugmarkt zeigt. Aber mit Automation, wie sie hier auf der Messe gezeigt wird, ergeben sich neue Möglichkeiten zur Prozessoptimierung, sowohl für uns Logistiker als auch unsere Kunden.»

Peter Mollenkopfr (re.), Geschäftsführer der Sulser Transport AG, hier mit Kunde Christoph Druck von der Videojet Technologies GmbH.
Peter Mollenkopfr (re.), Geschäftsführer der Sulser Transport AG, hier mit Kunde Christoph Druck von der Videojet Technologies GmbH.

Robotik und Gesundheitsförderung gegen Fachkräftemangel

Mit einem grossen Stand vor Ort war Linde Material Handling vertreten. Im Mittelpunkt stand der neue automatisierte Hochhubwagen «L-Matic core». Mit einer Tragkraft von 1,2 Tonnen und einer maximalen Hubhöhe von 1,84 Metern (Einlagerungshöhe: 1,78 Meter) eignet er sich für Standardanwendungen wie Bodentransporte, den Einsatz an Förderbändern und das Ein- und Auslagern in niedriger Höhe. «Haupttreiber für die Robotik in Lagern ist der Fachkräftemangel», erklärte Artur Herrmann von Linde Material Handling Schweiz. Durch die kompakte Bauweise und eine Arbeitsgangbreite von unter 2,5 Metern meistert der «L-Matic core» den Gütertransport speziell in schmalen Gängen und enger Umgebung. 360-Grad-Sicherheitsscanner (Lidar-Technologie) sorgen dabei für höchste Sicherheit. Über die Software Linde «Matic:move» kann er in kleinen Flotten rasch in Betrieb genommen werden. Bei wachsendem Automatisierungsgrad lässt sich das Fahrzeug zudem durch die Software «Matic:move+» auch reibungslos auch in grössere Flotten integrieren.

Durch seine kompakten Abmessungen und die schnelle Inbetriebnahme ist der «L-Matic core» also bestens geeignet, um bislang von manuell gesteuerten Fahrzeugen ausgeführte Standardtransporte in Bestandsanlagen zu automatisieren. Auf dem Rundgang entdeckten wir viele weitere Produkte und Lösungen, darunter:

Artur Herrmann von Linde Material Handling mit dem automatisierten Hochhubwagen «L-Matic core».
Artur Herrmann von Linde Material Handling mit dem automatisierten Hochhubwagen «L-Matic core».

Die Reinigungsroboter K900 und K700 Compact von Kemaro stehen für leistungsstarke, vollständig autonome industrielle Reinigung. Sie reduzieren Wartungsaufwand und Stillstandzeiten und sorgen für saubere Böden, bessere Luftqualität und sichere Arbeitsumgebungen – ganz ohne Wasser und Chemikalien.

Der Agilox OFL ist ein scherenloser, KI-gestützter, autonomer mobiler Roboter. Er kann mühelos Paletten und kundenspezifische Ladungsträger mit einem Gewicht von bis zu 800 kg vom Boden zu einer Station transportieren und anheben, ohne dass Änderungen der Infrastruktur erforderlich sind.

Das ETH-Spin-off Auxivo bietet vier verschiedene industrielle Exoskelette an, die individuelle Lösungen für unterschiedlichste Anforderungen und Einsatzbereiche bieten. Alle Exoskelette sind für den vielseitigen Einsatz in verschiedenen Branchen konzipiert und verfügen über passive Unterstützungsmechanismen und Leichtbauelemente. Sie unterstützen die Menschen bei ihren regelmässigen Bewegungen, indem sie die Haltung korrigieren und die Muskeln entlasten.

Exoskelett-Experte Olivier Barras und seine Kollegen nahmen sich viel Zeit, die Produkte von Auxivo zu erklären.
Exoskelett-Experte Olivier Barras und seine Kollegen nahmen sich viel Zeit, die Produkte von Auxivo zu erklären.

Die nächste «Logistics & Automation» findet am 27. und 28. Januar 2027 wieder zusammen mit der «Empack», diesmal in der Messe Zürich, statt. Weitere Infos: www.logistics-automation.ch

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