Rekordmesse gibt Impulse für die resiliente Intralogistik
INTRALOGISTIK Die LogiMAT 2026 in Stuttgart brach alle Rekorde! Mit Top-Zahlen zeigte die Messe: Intralogistik investiert mutig in eine resiliente, KI-getriebene Zukunft.

Unter dem Leitmotiv «Passion for Details – Discover the Difference» verwandelte sich das Stuttgarter Messegelände vom 24. bis 26. März 2026 in ein globales Epizentrum für Prozessmanagement. Die Zahlen untermauern eine beeindruckende Dynamik: 1671 Aussteller aus 46 Ländern bespielten die komplett ausgebuchten zehn Messehallen. Mit insgesamt 69 856 Fachbesuchern wurde die bisherige Bestmarke von 2024 nochmals deutlich übertroffen. Messeleiter Michael Ruchty von der Eurexpo wertet dieses Ergebnis als klares Signal: «Im Markt hat sich das Bewusstsein durchgesetzt, dass man in Krisenzeiten antizyklisch investieren muss.» Die LogiMAT fungierte dabei nicht nur als Schaufenster für über 120 Welt- und Europapremieren, sondern als verlässliches Barometer für die Resilienz der gesamten Branche. Dass die Messe ihren Charakter als «Arbeitsmesse» schärfte, belegt die hohe Entscheiderquote von 56 Prozent; über ein Viertel der Besucher gab an, direkt vor Ort Aufträge vergeben zu haben oder dies unmittelbar nach der Messe zu tun.

LogiMAT Best Product 2026 und technische Exzellenz
Ein Fixpunkt der Eröffnung war die Verleihung des renommierten Preises «LogiMAT Best Product 2026». Eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten kürte aus 116 hochkarätigen Bewerbungen drei Gewinner, welche die Transformation der Branche anführen:
- Kategorie Software, Kommunikation, IT: Die Ehrhardt Partner Group (EPG) siegte mit dem EPG AURA Observer. Gemeinsam mit NVIDIA entwickelt, nutzt dieses System KI-gestützte Vision-Language-Modelle, um Videodaten im Lager in Echtzeit zu interpretieren. Der «Observer» erkennt nicht nur Bewegungen, sondern versteht deren Kontext. Er unterscheidet zwischen regulären Abläufen und sicherheitsrelevanten Abweichungen, ohne dabei Bildmaterial dauerhaft zu speichern – eine perfekte Symbiose aus operativer Transparenz und striktem Datenschutz.
- Kategorie Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik: Der SkyBot der CeiliX Technology GmbH wurde als weltweit erster mobiler, omnidirektionaler Decken-Cobot ausgezeichnet. Die patentierte Technologie erschliesst die Hallendecke als produktive Bewegungsebene. An einem modularen Schienensystem («CeiliXElements») montiert, agiert der SkyBot völlig unabhängig von Bodenlayouts oder Hindernissen. Dies ermöglicht Automatisierung auch dort, wo physische oder wirtschaftliche Grenzen bisherige Bodenlösungen verhinderten.
- Kategorie Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik: Der norwegische Sensor-Spezialist Sonair AS überzeugte mit seinem ADAR-Sensor (Acoustic Detection and Ranging). Diese 3D-Ultraschalltechnologie bietet autonomen Robotern eine vollständige omnidirektionale Tiefenwahrnehmung bei deutlich geringeren Kosten und minimalem Energieverbrauch im Vergleich zur LiDAR-Technik. Der Sensor ermöglicht eine sichere Zusammenarbeit von Mensch und Maschine in komplexen Umgebungen.

Humanoide Robotik, Arbeitswelt 4.0
Ein richtungsweisender Trend der diesjährigen Messe war die frühzeitige Integration der humanoiden Robotik. Mehrere Aussteller präsentierten menschenähnliche Roboter nicht mehr nur als technologische Spielerei, sondern eingebettet in reale intralogistische Szenarien. Flankiert wurde dies durch eine aktuelle Studie des Fraunhofer IML, welche die Marktreife und Einsatzpotentiale dieser Systeme untersuchte. Gleichzeitig setzte die Messe starke Impulse gegen den Fachkräftemangel. Formate wie der «Young Innovators»-Pitch und der «LogiMAT-CareerDay» am dritten Messetag zielten darauf ab, junge Talente und Start-ups für die Branche zu begeistern. Das Bild der Intralogistik wandelt sich rasant: Weg vom reinen Bewegen von Lasten, hin zu einer hochmodernen, softwaregetriebenen High-Tech-Welt.
Schweizer Innovationskraft und Internationalisierung
Die LogiMAT 2026 war Schauplatz zahlreicher Schweizer Glanzlichter. Führende Unternehmen wie Stäubli oder Galliker präsentierten wegweisende Lösungen in den Bereichen Robotik und Automatisierung, die den hohen Qualitätsstandard «Made in Switzerland» unterstrichen. Besonders hervorzuheben ist die Präzision der Schweizer Sensorik- und Softwareanbieter, die massgeblich zur Prozessoptimierung in der gesamten DACH-Region beitragen. Die führenden Produktgruppen blieben Förder- und Lagertechnik (38,2 %) sowie Softwarelösungen (37,1 %). Dass jedoch bereits 28,2 Prozent der Aussteller Exponate im Bereich fahrerloser Transportsysteme (FTF) und autonomer mobiler Roboter (AMR) zeigten, unterstreicht den unaufhaltsamen Siegeszug der autonomen Intralogistik.

Ein Barometer für globale Zuversicht
Mit einem Auslandsanteil von 26,7 Prozent unter den Besuchern – ein deutliches Plus zum Vorjahr – hat die LogiMAT ihren Status als Weltleitmesse zementiert. Die Messe bot in einem geopolitisch volatilen Umfeld eine unverzichtbare Plattform für Zuversicht und technologische Klarheit. «Interessiertes, investitionsbereites Fachpublikum und zufriedene Aussteller haben zu einem ausserordentlich positiven Gesamtergebnis geführt», resümiert Messeleiter Michael Ruchty. Die LogiMAT 2026 hat bewiesen, dass «Intralogistik made in Germany» im Verbund mit globalen Partnern ein Exportschlager bleibt. Die Branche blickt nach drei intensiven Tagen in Stuttgart gestärkt in eine Zukunft, in der KI, Robotik und menschliche Expertise nahtlos ineinandergreifen. So möchte das Messeteam das innovative Umfeld auch im kommenden Jahr weiter ausbauen.

