Scania und Unicon: Vollelektrischer Betontransport im Härtetest
BAULOGISTIK Gemeinsam mit Liebherr haben Scania und Unicon eine vollelektrische Lösung für den Betonmischverkehr entwickelt. Der dänische Marktführer zeigt damit, dass sich selbst energieintensive Spezialanwendungen im realen Alltag emissionsfrei bewältigen lassen.

Der dänische Betonproduzent Unicon setzt auf eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie und treibt die Elektrifizierung seiner Flotte voran. In einer dreijährigen Entwicklungszusammenarbeit haben Scania, Unicon und Liebherr-Mischtechnik einen vollelektrischen Betonmischer realisiert, der nun im echten Baustellenbetrieb eingesetzt wird. Damit beweisen die Dänen, dass der CO₂‑freie Transport im anspruchsvollen Bausegment keine Zukunftsmusik mehr ist.

Massgeschneiderte ePTO-Technologie für Unicon
Der Transport von Transportbeton galt aufgrund des permanenten Energiebedarfs für die Mischtrommel lange Zeit als extrem schwierig zu elektrifizieren. Die entwickelte Lösung basiert auf einem batterieelektrischen Scania-Fahrgestell und einem vollelektrischen Nebenantrieb (ePTO). Dieser ePTO bezieht seine Energie direkt aus dem Batteriesystem des Lastwagens, um die Trommel anzutreiben. Mit einer installierten Batteriekapazität von bis zu 400 kWh erreicht das Fahrzeug im typischen Verteilerbetrieb eine Reichweite von rund 200 Kilometern und ist voll geländetauglich.
Skalierung statt reiner Pilotprojekte
«Das ist kein reiner Feldversuch, sondern eine Lösung für den täglichen Serieneinsatz», betont Christian Elleby, Supply Chain & Procurement Director bei Unicon. Das Unternehmen belässt es nicht bei einem Einzelstück und hat bereits zehn weitere Elektro-Fahrzeuge bestellt. Bis zum Jahr 2027 soll die elektrische Flotte massiv ausgebaut werden, um das übergeordnete Ziel von Unicon zu unterstützen: Bis 2035 will das Unternehmen den gesamten Betontransport zu 100 Prozent emissionsfrei abwickeln.

