Bei der W. Ryffel AG trifft Tradition auf Hightech

REPORTAGE 1947 gegründet, sorgt die W. Ryffel AG in Bubikon seit 1978 für saubere Leitungen. Mit dem neuen Volvo FM 500 inklusive Jurop-Aufbau setzt der sympathische Familienbetrieb in dritter und vierter Generation neue Massstäbe in der Kanalreinigung – und vertraut dabei auf eine jahrzehntealte Verbindung zur Marke Volvo Trucks.

Das neueste Flaggschiff, ein Volvo FM 500 8×2R, ist seit Dezember 2025 im Dienst und markiert einen technologischen Quantensprung.
Das neueste Flaggschiff, ein Volvo FM 500 8×2R, ist seit Dezember 2025 im Dienst und markiert einen technologischen Quantensprung.

Wer den Betrieb der W. Ryffel AG im Herzen von Bubikon besucht, spürt sofort: Hier wird Tradition gelebt. Das Unternehmen befindet sich seit 1964 am heutigen Standort im Zürcher Oberland. Damals noch eine Kiesgrube, wuchs im Laufe der Jahrzehnte das Quartier rund um den Werkhof herum, was den Betrieb heute fest im dörflichen Gefüge verankert.

Die W. Ryffel AG ist das Paradebeispiel eines sympathischen, ländlichen Familienbetriebs, bei dem der Chef noch selbst das «Mädchen für alles» ist. Remo Ryffel führt das Unternehmen in dritter Generation, während Sohn Fabian seit neun Jahren operativ an vorderster Front steht. «Er kann fast jedes Problem lösen», erklärt Remo. Fabian ergänzt trocken: «Und wenn nicht, ruf ich meinen Vater an – das ist dann die letzte Instanz.» Mit Ehefrau Daniela, Tochter Stefanie und Schwager Marco Egli sind fünf der insgesamt elf Mitarbeitenden Teil der Familie.

Remo Ryffel (links) lenkt in dritter Generation, Fabian Ryffel arbeitet in vierter Generation mit.
Remo Ryffel (links) lenkt in dritter Generation, Fabian Ryffel arbeitet in vierter Generation mit.

Die Flotte der Bubikoner Spezialisten ist so vielseitig wie ihr Einsatzgebiet. Vom wendigen VW T6 für die Kanal-TV-Untersuchung bis zum schweren Vierachser deckt Ryffel alles ab. Das neueste Flaggschiff, ein Volvo FM 500 8×2R, ist seit Dezember 2025 im Dienst und markiert einen technologischen Quantensprung. Volvo hat bei den Ryffels eine lange Historie: Schon 1955 und 1956 beschaffte der Firmengründer die ersten Lastwagen aus Schweden.

Werner Ryffel (rechts, hier mit dem Lkw-Verkäufer) setzte schon früh auf die Marke Volvo Trucks.
Werner Ryffel (rechts, hier mit dem Lkw-Verkäufer) setzte schon früh auf die Marke Volvo Trucks.

Dass diese Fahrzeuge für die Ewigkeit gebaut sind, beweist der «alte» Volvo FM12 Euro 3 im Fuhrpark. Seit Oktober 2003 im Einsatz, ist er mit nur rund 10 000 Kilometern pro Jahr noch immer «topfit», auch wenn die orange Lackierung über die Jahrzehnte etwas Patina angesetzt hat. Schon dieser FM12 mit zusätzlichem Hydrostat im Antriebsstrang schmückte übrigens im März 2004 das Titelbild der TIR transNews. «Alle 15 Jahre sollte man ein Spülfahrzeug ersetzen», erklärt Remo Ryffel, «aber der FM12 ist die Ausnahme, er ist einfach zu gut ‚zwäg‘.»

Seit 23 Jahren im Einsatz: Volvo FM12 Euro 3, Urahn des neuen FM 500 (rechts).
Seit 23 Jahren im Einsatz: Volvo FM12 Euro 3, Urahn des neuen FM 500 (rechts).

Massarbeit aus Italien für Schweizer Präzision

Beim neuen 32-Tonner entschied sich die Familie Ryffel für einen Aufbau des italienischen Herstellers Jurop aus Azzano Decimo. Die Wahl war wohlüberlegt. Nachdem der frühere Aufbau-Partner nach Tschechien verkauft wurde und die sprachlichen sowie geografischen Barrieren zu gross wurden, erinnerte man sich an die positiven Erfahrungen mit Jurop-Komponenten im alten Volvo. «Wir haben uns zuerst für den Aufbau entschieden und dann das passende Chassis gesucht», so Remo Ryffel.

Da der Jurop-Tank eine spezifische technische Umgebung erforderte, fiel die Wahl erneut auf Volvo. Eine zwingende Voraussetzung war das OMSI-Getriebe (Schwungrad-PTO), das für den Nebenabtrieb (F.PTO) benötigt wird, um die gewaltigen Kräfte direkt vom Motor abzugreifen – herkömmliche Nebenabtriebe wären für die Leistungsdaten der Jurop-Anlage schlicht zu schwach gewesen. Der Aufbau selbst ist ein technisches Meisterwerk. Der Tank ist in drei Kammern unterteilt: Eine für Frischwasser (1 m³), eine für kombiniertes Frisch- und Grauwasser (1,7 m³) und ein gewaltiger Schlammtank mit 10,9 m³ Volumen.

Sauberes Wasser dank modernster Flockung

Ein entscheidender Punkt im modernen Kanalreinigungsgeschäft ist das Schachtrecycling. Seit dem 1.1.2017 gelten verschärfte Regeln für das Ablassen von aufbereitetem Wasser in Strassenschächte. Hier spielt der neue Volvo seine Stärken voll aus. Das verbaute Flockungssystem nutzt Polymere zur Schlammentwässerung und kann Partikel bis zu einer Grösse von 3 µm ausfiltern. «Früher war das recycelte Wasser relativ trüb, heute kommt es fast klar heraus», erklärt Fabian Ryffel.

Die Bedienung der CAN-Bus-gesteuerten Anlage erfolgt über den Touch-Screen oder per Fernbedienung.
Die Bedienung der CAN-Bus-gesteuerten Anlage erfolgt über den Touch-Screen oder per Fernbedienung.

Die Bedienung der Canbus-gesteuerten Anlage erfordert zwar eine längere Einarbeitungszeit, bietet aber im Gegenzug eine deutlich höhere Arbeitsgeschwindigkeit und Umweltverträglichkeit. Das ist wichtig, denn die Ryffels saugen alles ab: von Ölabscheidern über Fäkalien bis hin zu Farbschlämmen aus Lackierkabinen. Das Business ist extrem kurzfristig. Rund 80 Prozent der Einsätze erfolgen spontan.

Dass die Ryffel AG nicht nur in die Tiefe, sondern auch in die Höhe denkt, beweist ihre neueste Dienstleistung: die Solarreinigung. Heute nutzt der Betrieb einen Lkw mit Arbeitsbühne, um Solarpaneele von Moos und Schmutz zu befreien. Ob unter der Erde oder hoch auf dem Dach – die W. Ryffel AG bleibt ihrem Motto treu: Probleme lösen, sauber und freundlich. Mit dem neuen Volvo FM 500 ist das Familienunternehmen bestens gerüstet.

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