Scania: Elektrischer Fernverkehr mit 720 km Reichweite

IAA 2026 WELTPREMIERE Scania kombiniert erweiterte Batteriekapazität, Megawatt-Laden und eine neue Front zu einer Lösung für den elektrischen Fernverkehr – bis zu 720 Kilometer Reichweite bei praxisgerechter Auflieger-Kompatibilität.

Scanias Cockpit für anspruchsvolle Langstrecken. Quelle: zvg

Scania nimmt eine der grössten Herausforderungen bei der Elektrifizierung der Transportbranche in Angriff: Wie lässt sich elektrischer Fernverkehr mit batterieelektrischen Lastwagen im Alltag realisieren? Die Antwort des schwedischen Herstellers kombiniert erweiterte Batteriekapazität, ein Megawatt-Ladesystem (MCS) und eine praxisgerechte Fahrzeugkonfiguration. Damit werden Reichweiten von bis zu 720 Kilometern möglich, während Transportunternehmen Nutzlast, Ladezeiten und Produktivität aufeinander abstimmen können.

Für Transportunternehmen stellt sich die zentrale Frage, ob ein elektrischer Lastwagen anspruchsvolle Routen bewältigen, die erforderlichen Lasten transportieren und so geladen werden kann, dass er für reale Transporteinsätze geeignet ist. Genau diese Elemente bringt die Lösung von Scania zusammen.

Scania ermöglicht 720 Kilometer elektrische Reichweite. Quelle: zvg

Batterien hinter dem Fahrerhaus schaffen Reichweite

Durch zusätzliche Batteriekapazität hinter dem Fahrerhaus, in Kombination mit am Fahrgestell montierten Batterien und dem Megawatt-Ladesystem, kann das Fahrzeug für grössere elektrische Reichweiten konfiguriert werden, ohne auf die im europäischen Fernverkehr notwendige betriebliche Flexibilität zu verzichten.

In Kombination mit der nach vorn verlängerten Scania Front gemäss Regelung zu erhöhten Fahrzeugabmessungen ermöglicht die Batterielösung hinter dem Fahrerhaus eine europäische 6×2*4-Sattelzugkombination mit maximaler Reichweite, selbst wenn die Gesamtlänge des Fahrzeugs 16,5 Meter übersteigt. Damit können Kunden eine grosse elektrische Reichweite mit praktischer Auflieger-Kompatibilität und unverändert guter Wendigkeit kombinieren.

Scania 45 R 4×2 tractor unit

In Verbindung mit der neuen Front kann das Fahrzeug den Energieverbrauch je nach Spezifikation und Einsatz um bis zu 3 Prozent senken, da der Luftwiderstand bei elektrischen Lastwagen einen grösseren Anteil am gesamten Energieverbrauch ausmacht.

Reichweite, Nutzlast und Ladevorgang gemeinsam gedacht

«Elektrische Lastwagen sind bereits Teil des Transportsystems, doch der Fernverkehr stellt ganz andere Anforderungen an Reichweite, Nutzlast und Ladevorgang. Mit dieser Lösung zeigt Scania, wie diese Elemente für Kunden, die anspruchsvolle Langstrecken elektrifizieren möchten, auf praxisgerechte Weise zusammengeführt werden können», sagt Lars Gustafsson, Senior Vice President, Head of Solutions Management bei Scania.

Grosse Distanzen, schwere Lasten, Auflieger-Kompatibilität, Ladestrategie und Aufbau-Anforderungen haben alle einen Einfluss darauf, ob ein elektrischer Lastwagen im täglichen Einsatz funktioniert. Durch die Platzierung zusätzlicher Batteriepakete hinter dem Fahrerhaus kann Scania die installierte Batteriekapazität erhöhen, ohne ausschliesslich auf am Fahrgestell montierte Batterien angewiesen zu sein. Dadurch lassen sich Fernverkehrs-Konfigurationen mit bis zu 720 Kilometern Reichweite realisieren, während Betreiber mehr Spielraum erhalten, Reichweite und Nutzlast aufeinander abzustimmen.

Scanias neue Front spart Energie. Quelle: zvg

In einer typischen Konfiguration können zwei MP20-Batteriepakete hinter dem Fahrerhaus montiert werden. Diese ergänzen die Batterien am Fahrgestell und unter dem Fahrerhaus um rund 356 kWh installierte Kapazität. Zusammen mit dem MCS-Ladesystem unterstützt diese erweiterte Energiekapazität elektrische Fernverkehrs-Sattelzugkonfigurationen für standardmässige europäische Auflieger-Kombinationen.

Kameraspiegel optimieren die Aerodynamik im Fernverkehr. Quelle: zvg

«Es geht dabei nicht nur darum, Batterien an einer neuen Position am Fahrzeug zu platzieren. Entscheidend ist, was dadurch möglich wird: elektrischer Transport über Distanzen, die bisher zu den schwierigsten Elektrifizierungs-Aufgaben gehörten, wobei Reichweite, Nutzlast und Ladevorgang von Beginn an gemeinsam betrachtet werden», fasst Gustafsson zusammen.

 

Scanias Cockpit für anspruchsvolle Langstrecken. Quelle: zvg
Visited 1 times, 1 visit(s) today

Weitere Beiträge zum Thema

Vorsprung in der Transportbranche
TIR transNews 
Newsletter
Nutzfahrzeuge und Transportbranche, Digitalisierung und Dekarbonisierung: Mit dem TIR transNews Newsletter sind Sie immer einen Schritt voraus.
anmelden!
Sie können sich jederzeit abmelden!
close-link