Scania Megawatt-Ladesystem und Unterflur-Akku bestellbar

ELEKTRIFIZIERUNG Scania lanciert das neue Unterflur-Batteriemodul und das Scania Megawatt-Ladesystem (MCS) – zwei Lösungen, die Spediteuren mehr Flexibilität bei Nutzlast, Aufbaukonstruktion und Ladeplanung bieten.

Scania Elektro-Lkw mit neuem Unterflur-Batteriemodul bestellbar. Quelle: zvg

Scania hat am 16. Juni 2026 die weltweite Markteinführung zweier neuer Lösungen für Elektro-Lkw bekannt gegeben: das neue Batteriemodul unter der Fahrerkabine sowie das Scania Megawatt-Ladesystem (MCS). Beide Produkte können ab sofort bestellt werden und richten sich an Transportunternehmen, die ihre Flotten elektrifizieren und dabei Nutzlast, Reichweite und Ladeinfrastruktur optimal aufeinander abstimmen wollen.

Das neue Unterflur-Batteriemodul positioniert die Batterien direkt unter der Fahrerkabine des Scania Elektro-Lkw. Diese Anordnung schafft mehr Raum für den Aufbau und erlaubt eine flexiblere Konfiguration je nach Anwendungsbereich und Aufbautyp. Für viele Spediteure war bisher die Balance zwischen Reichweite und Nutzlast eine der grössten Hürden bei der Umstellung auf Elektroantrieb – das neue Modul soll diese Herausforderung gezielt entschärfen.

Dank der 2025 von der Europäischen Union eingeführten Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts kann Scania nun eine Variante mit 400 kWh nutzbarer Kapazität für eine typische Reichweite von rund 360 Kilometern anbieten – ohne Abstriche bei der Nutzlast.

Scania Megawatt-Ladesystem: Strategie statt maximale Batteriekapazität

Ein weiterer Schwerpunkt der Markteinführung ist das Scania Megawatt-Ladesystem (MCS). Es beschleunigt den Ladevorgang erheblich und ermöglicht eine gezielte Ladeplanung entlang der Fahrtroute. Dabei stellt Scania klar: Nicht die schiere Batteriegrösse ist entscheidend, sondern die richtige Ladestrategie.

Ein verbreiteter Irrtum in der Branche ist die Annahme, ein Elektro-Lkw müsse stets für das ungünstigste Szenario – etwa 500 Kilometer Reichweite – ausgelegt sein. Wenn ein Transportauftrag jedoch nur 300 Kilometer umfasst, sind grössere Batterien in vielen Fällen unnötig und können die Nutzlast beeinträchtigen. Dank des MCS können Transportunternehmen die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen der Fahrer nutzen, um die Batterie beispielsweise von 20 auf 75 Prozent aufzuladen – ausreichend Energie, um Fahrzeug und Ladung ans Ziel zu bringen. Eine weitere Aufladung kann im Auslieferungsdepot oder auf dem Rückweg zur Lkw-Basis erfolgen.

Scania MCS beschleunigt Ladevorgang und optimiert Strategie. Quelle: zvg

Gesamtbetriebskosten senken mit MCS und Ladeinfrastruktur

Scania ergänzt das MCS mit dem eigenen Ladeunternehmen Erinion sowie dem Dienst Scania Charging Access, der Transportunternehmen Zugang zu einem weitmaschigen Netz von Ladepunkten während der Fahrt bietet. Mit der richtigen Batteriekonfiguration, dem Scania Megawatt-Ladesystem und einer durchdachten Ladestrategie lassen sich sowohl Betriebs- als auch Investitionskosten senken.

Die Kernbotschaft von Scania ist klar: Spediteure, die auf Elektro-Lkw setzen, transportieren Güter – und keine Kilowattstunden. Ziel ist ein wirtschaftlich rentabler, zuverlässiger und nahtloser Weg zur Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs.

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