Suisse Public 2026 lieferte starke Impulse für den Kommunalsektor

ELEKTRIFIZIERUNG UND AUFBAUTEN Vier Tage lang stand das Bernexpo-Areal ganz im Zeichen moderner Kommunal-, Umwelt- und Rettungstechnik. Mit über 13’000 Fachbesuchenden und 300 Ausstellenden untermauerte die Suisse Public 2026 ihre Rolle als Schweizer Leitmesse.

Die Suisse Public in Bern steht für den fachlichen Austausch, die Pflege von Branchenkontakten sowie das unmittelbare Erleben, Vergleichen und Testen von Produkten und Lösungen vor Ort. (Foto: Bernexpo)
Die Suisse Public in Bern steht für den fachlichen Austausch, die Pflege von Branchenkontakten sowie das unmittelbare Erleben, Vergleichen und Testen von Produkten und Lösungen vor Ort. (Foto: Bernexpo)

Seit der 2018 kommunizierten und 2020 erfolgten Umstellung zeigt die Suisse Public die geballte Kompetenz des öffentlichen Sektors in Bern im Dreijahresrhythmus. Bei der diesjährigen Ausgabe vom 16. bis 19. Juni 2026 bot das 150 000 Quadratmeter grosse Bernexpo-Areal erneut den idealen Rahmen für Fachleute aus Werkhöfen, Städten, Gemeinden, Kantonen und Einsatzorganisationen. Über 13 000 Besuchende nutzten die Gelegenheit, um sich bei den 300 vertretenen Unternehmen über neueste Technologien, Fahrzeuge und Systemlösungen zu informieren.

Die Stimmung in den Messehallen und auf dem Freigelände war von spürbarem Praxisbezug geprägt. Für kommunale Entscheidungsträger und Flottenverantwortliche ging es nicht um theoretische Konzepte, sondern um unmittelbar einsetzbare Werkzeuge für den Arbeitsalltag. Neben digitalisierten Betriebsabläufen und Arbeitssicherheit bildete die nachhaltige Dekarbonisierung des Fuhrparks das beherrschende Thema über alle Segmente hinweg.

Unaufhaltsam dank 4×4-Antrieb: Volvo Trucks FL Feuerwehrfahrgestell (16 t) mit fast schon obligatorischer Crew Cab.
Unaufhaltsam dank 4×4-Antrieb: Volvo Trucks FL Feuerwehrfahrgestell (16 t) mit fast schon obligatorischer Crew Cab.

Schwere Nutzfahrzeuge: Elektro-Power und Spezialchassis

Die Lkw-Hersteller präsentierten eindrücklich, wie weit der Transformationsprozess im kommunalen Schwertransport vorangeschritten ist. Volvo Trucks nutzte das Aussengelände für eine praxisnahe Leistungsschau. Zu den Highlights gehörte der ab sofort bestellbare neue Volvo FH Electric. Wie vielseitig moderne E-Fahrgestelle im Kommunalbereich sind, unterstrich der Hersteller zudem mit einem FM Electric als 6×2-Fahrgestell, das mit einem Welaki-Aufbau für den anspruchsvollen Muldenservice ausgerüstet war. Für den Rettungsbereich zeigte Volvo ein FL 4×4 Feuerwehrfahrgestell mit 16 Tonnen Gesamtgewicht, das Wendigkeit mit Allradtraktion verbindet.

Kundenfahrzeuge am Scania-Stand: Kehrichtfahrzeug (grün) und ein BEV mit Winterdienstvorbereitung (blau).
Kundenfahrzeuge am Scania-Stand: Kehrichtfahrzeug (grün) und ein BEV mit Winterdienstvorbereitung (blau).

Im Innenbereich demonstrierte Scania seine marktführende Position im schweren Feuerwehrsegment ab 18 Tonnen Gesamtgewicht. Im Zentrum des Messeauftritts standen unter anderem die beiden Varianten der bewährten Mannschaftskabine (Crew Cab): die kompaktere CP28 mit einer Kabinenlänge von 2,8 Metern sowie die grosszügige CP31 (3,1 Meter Länge). Letztere erlaubt eine Bestuhlung, bei der sich die Einsatzkräfte im Mannschaftsraum direkt gegenübersitzen können. Tobias Schönenberger von Scania Schweiz betonte: «Mit Allradoption, Kabinenvielfalt und Radkonfigurationen kann das Bedürfnis der Kunden voll erfüllt werden.» Neben den Blaulichtfahrzeugen zeigte Scania praxisnahe Kunden-Kommunalfahrzeuge, darunter ein Kehrichtfahrzeug sowie ein vollelektrisches BEV-Chassis mit Hakengerät und Vorbereitung für den Winterdienst. Letzteres ein Statement, dass der schwedische Hersteller seine Elektro-Lkw auch für den anspruchsvollen Winterdienst empfiehlt.

Das grosse Kärcher-Team präsentierte u.a. die erneuerte elektrische Saugkehrmaschine MC 250 e!ectric (links im Bild)
Das grosse Kärcher-Team präsentierte u.a. die erneuerte elektrische Saugkehrmaschine MC 250 e!ectric (links im Bild)

Kompakttechnik und Geräteträger: Saubere Lösungen

Auch im Segment der Kompakt- und Schmalspurfahrzeuge setzt sich der Trend zur emissionsfreien Arbeit kontinuierlich fort. Am Stand von Kärcher stand eine breite Palette an Neuerungen im Rampenlicht. Nach ihrem ersten Auftritt an der IFAT präsentierte das Unternehmen die überarbeitete Kompaktkehrmaschine MC 250 e!ectric dem Schweizer Fachpublikum. Ebenfalls gezeigt wurde ein Anbaugerät zur chemiefreien Unkrautvernichtung mittels Strom, das ebenfalls an der IFAT seine Premiere gefeiert hatte. Für die Pflege von Sportplätzen, Parkanlagen und strassenbegleitenden Grünstreifen präsentierte Kärcher die Kalinke-Loipfinger Mäh-Saugkombination, aufgebaut auf dem vielseitigen Geräteträger MC 150.

Eine beachtenswerte Premiere im Bereich der leichten Transporter und Geräteträger feierte der Evi Country von Evi Motors. Das allradgetriebene Elektro-Kommunalfahrzeug wurde mit spezifischen Anpassungen für den Schweizer Markt vorgestellt. Erhältlich ist das Modell als 3-Tonner oder mit einem um 50 Zentimeter verlängerten Radstand als 3,5-Tonner. Ein entscheidender Vorteil für Kommunalbetriebe mit weit verzweigtem Einsatzgebiet: Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h besitzt der Evi Country die offizielle Autobahnzulassung. Zudem punktet das Fahrzeug mit einer Anhängelast von satten 3 Tonnen und einer robusten Vorderachslast von 1400 Kilogramm, womit der problemlose Anbau eines Schneepflugs für den Winterdienst gewährleistet ist.

Dank seiner Vorderachslast von 1400 kg kann der Evi Country von Evi Motors mit einem Schneepflug bestückt werden.
Dank seiner Vorderachslast von 1400 kg kann der Evi Country von Evi Motors mit einem Schneepflug bestückt werden.

Blaulicht und Rettung als Besuchermagnet

Traditionell bildeten die Wehr- und Rettungsdienste auch an der diesjährigen Suisse Public einen zentralen Anziehungspunkt für das Fachpublikum. Einsatzorganisationen aus der gesamten Schweiz informierten sich über die neuesten Entwicklungen bei Einsatzfahrzeugen, persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und feuerwehrtechnischen Aufbauten. Rosenbauer präsentierte in der Messehalle unter anderem das vollelektrische Tanklöschfahrzeug RT des Flughafens Genf. Das High-Tech-Fahrzeug ist am Genève Aéroport für ergänzende Einsätze abseits der unmittelbaren Flugzeugbrandbekämpfung vorgesehen – eine Aufgabe, die primär den schweren Panther 8×8 Grossflughafenlöschfahrzeugen vorbehalten bleibt.

Rosenbauer zeigte das vollelektrische TLF RT des Flughafens Genf. Fast die gesamte Halle drehte sich um Brandbekämpfung.
Rosenbauer zeigte das vollelektrische TLF RT des Flughafens Genf. Fast die gesamte Halle drehte sich um Brandbekämpfung.

Stimmen der Verbände und Partner

Adrian Gutmann, Stv. Direktor und Fachbereichsleiter Technik des Schweizerischen Feuerwehrverbandes, zog ein durchwegs positives Fazit: «Was die Suisse Public besonders macht, ist die Kombination aus Innovation, Praxisnähe und persönlichem Austausch.» Auch Marcel Streich von der Rosenbauer Schweiz AG unterstrich den hohen Stellenwert: «Die Suisse Public ist für uns eine wichtige Plattform im Schweizer Markt.» Roger Beglinger, Fleetmanager Sonderfahrzeuge bei der Amag Import AG, erklärte: «Dieser direkte Austausch hilft uns, Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen und unsere Lösungen gezielt weiterzuentwickeln.» Volkswagen Nutzfahrzeuge präsentierte auf seinem Stand insgesamt sechs Fahrzeuge, darunter das Polizeieinsatzfahrzeug Caravelle TDI 4Motion. Kia nutzte die Messe, um erstmals das PV5 Chassis Cab zu zeigen.

Nach vier intensiven Tagen steht fest: Der Schweizer Kommunal- und Transportsektor treibt den technologischen Wandel aktiv voran. Die nächste Ausgabe findet 2029 wieder in Bern statt.

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