Hannes Bigger, der Problemlöser am Berg

PERSÖNLICH Vom Lkw-Mechatroniker zum Teamleiter für Baumaschinen: Der 28-jährige Hannes Bigger leitet seit Anfang 2026 die Baumaschinen-Werkstatt der Robert Aebi AG in Landquart. Er schätzt das direkte Feedback auf der Baustelle und die technologische Komplexität moderner Bagger und Dumper.

Hannes Bigger, Teamleiter der Baumaschinen-Werkstatt bei der Robert Aebi AG in Landquart.
Hannes Bigger im Einsatz im Kieswerk eines Kunden

«Ich mag es, wenn es eilt und wir innerhalb nützlicher Frist eine Lösung finden müssen – genau dieser Reiz, vor Ort unter Druck die Maschine wieder zum Laufen zu bringen, treibt mich an.» Hannes Bigger weiss, wovon er spricht. Wer im Aussendienst für Baumaschinen arbeitet, steht oft an vorderster Front. Wenn eine Maschine im Entwässerungsstollen in Brienz oder ein Bagger auf einer Baustelle im Engadin stillsteht, zählt jede Minute. «Wir sind manchmal der Prellbock, wenn die Stimmung auf der Baustelle kocht. Aber das mag ich: Hinstehen, gemeinsam eine Lösung suchen und das Problem eigenhändig korrigieren.»

Ein Team aus Eigengewächsen

Der gebürtige Bad Ragazer leitet heute ein junges, eingespieltes Team in Landquart. Das Besondere daran: Alle Mechaniker, die heute mit ihm arbeiten, hat er bereits während ihrer Ausbildung begleitet. «Es ist schön zu sehen, dass sie geblieben oder nach Wanderjahren wieder zurückgekehrt sind», sagt der gelernte Automobilmechatroniker Nutzfahrzeuge. Bigger selbst kam über einen Umweg zu den Baumaschinen. Eigentlich wollte er Landmaschinenmechaniker werden, doch als dort keine Lehrstelle frei war, zog es ihn zu Scania nach Chur. Nach einer Anstellung beim Baukonzern Implenia stiess er 2021 zur Robert Aebi AG in Landquart, dem Händler für Volvo, Raco und Ammann Baumaschinen.

Hannes Bigger beim Aufbau der Infrastruktur für das Quellrock Openair.
Hannes Bigger legt auch in der Freizeit gerne Hand an – wie etwa hier beim Aufbau des Quellrock Open Air. (Bild: Bigger)

Digitalisierung in der Werkstatt

Der Berufsalltag hat sich in den letzten Jahren massiv digitalisiert. Klassische mechanische Arbeiten treten zunehmend in den Hintergrund. «Wir wechseln kaum noch Hydraulikschläuche, das wäre als Markenvertretung zu teuer. Unsere Arbeit ist heute vielmehr hoch spezialisierte Diagnostik», erklärt Bigger. Abgasnachbehandlung, komplexe Sensorik und 3-D-Steuersysteme für die Maschinenbedienung prägen das Bild. Dabei ist man nie allein: Die Vernetzung mit Produktspezialisten von Volvo ermöglicht es, Probleme oft innerhalb von 15 Minuten telefonisch zu lösen.

Auch die Saisonalität verschiebt sich: Wo früher im Winter drei Monate lang Revisionspause herrschte, wird heute aufgrund der milderen Temperaturen fast durchgearbeitet. Grossrevisionen werden dann eingeschoben, wenn es der Einsatzplan erlaubt.

Blick in die autonome Zukunft

Die technologische Reise geht rasant weiter. «Volvo Construction Equipment testete bereits autonome Dumper in einem Schweizer Pilotprojekt», berichtet Bigger. Projekte mit Elektroantrieben und Hybridlösungen gehören längst zum Alltag der Werkstatt.

Wenn er nicht gerade komplexe Maschinendaten analysiert, findet man den aktiven Feuerwehrmann auf den Skipisten oder beim Tourengehen. Zudem engagiert er sich im Organisationskomitee des Quellrock Openairs in Bad Ragaz, wo er für die gesamte Infrastruktur verantwortlich ist. Ob auf der Burgruine oder der Hochgebirgsbaustelle – Hannes Bigger sorgt dafür, dass die Technik läuft.

Visited 42 times, 12 visit(s) today

Weitere Beiträge zum Thema

Vorsprung in der Transportbranche
TIR transNews 
Newsletter
Nutzfahrzeuge und Transportbranche, Digitalisierung und Dekarbonisierung: Mit dem TIR transNews Newsletter sind Sie immer einen Schritt voraus.
anmelden!
Sie können sich jederzeit abmelden!
close-link