Scania im Q2: Starkes Quartal dank hoher Nachfrage und Service

ZWISCHENBILANZ Mit einem kräftigen Auftragsplus bei den Lastwagen, steigenden Fahrzeugauslieferungen und einem stark wachsenden Servicegeschäft konnte der schwedische Hersteller Scania Umsatz und Rentabilität im zweiten Quartal 2026 spürbar steigern.

Scania schliesst das Q2 2026 mit starkem Ergebnis ab.

Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Umsatz von Scania um 6 Prozent auf 53,1 Milliarden Schwedische Kronen (SEK) – verglichen mit 49,9 Milliarden SEK im Vorjahresquartal. Die bereinigte Umsatzrendite (Return on Sales) verbesserte sich deutlich von 9,8 auf 11,6 Prozent. Haupttreiber dieser positiven Entwicklung für Scania im Q2 waren höhere Lkw-Auslieferungen, ein vorteilhafter Produktmix, das stetig wachsende Dienstleistungsgeschäft sowie konsequente Effizienz- und Kosteneinsparungen im gesamten Betrieb. Diese Faktoren konnten höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) sowie die Kosten im Kontext des Hochlaufs des neuen Produktionsstands in China mehr als ausgleichen.

Massiver Auftragseingang im Q2 und starkes Scania-Servicegeschäft

Besonders beeindruckend entwickelte sich der Auftragseingang im Lkw-Geschäft: Die Bestelleingänge legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41 Prozent auf insgesamt 28’743 Fahrzeuge zu. Treibende Kräfte waren hierbei eine starke Nachfrage in Brasilien – begünstigt durch das staatliche Finanzierungsprogramm «Move Brazil» – sowie der kontinuierliche Markthochlauf der neuen Traktoren-Baureihe «NEXT ERA» in China. Die Fahrzeugauslieferungen stiegen um 7 Prozent auf 26’274 Einheiten. Die Lieferketten- und Logistikengpässe vom Jahresanfang konnten im Laufe des Quartals erfolgreich behoben werden.

«Scania hat im zweiten Quartal eine sehr starke Leistung gezeigt. Dies vor dem Hintergrund makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheiten sowie eines zunehmend wettbewerbsintensiven globalen Marktes zu erreichen, ist besonders ermutigend. Es spiegelt unser starkes Kundenangebot und das Vertrauen wider, das Scania als langjähriger Partner entgegengebracht wird», erklärt Christian Levin, Präsident und CEO von Scania und der TRATON Group.

Das Servicegeschäft erwies sich erneut als wichtiger Stabilitätsanker. In einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld priorisieren Transportunternehmer vermehrt Fahrzeugverfügbarkeit («Uptime»), betriebliche Effizienz und planbare Betriebskosten. Scania erweiterte in Europa unter anderem sein Vertragsangebot «Services 360», das neu auch batterieelektrische Fahrzeuge und Bestandsflotten umfasst. Zudem wurden über ein Drittel aller verkauften Neufahrzeuge über Scania Financial Services financed.

Konsequente Investitionen in die Elektromobilität

Auch bei den emissionsfreien Fahrzeugen (Zero Emission Vehicles, ZEV) verzeichnete Scania deutliche Zuwächse. Der Auftragseingang bei den ZEV stieg auf 321 Einheiten (Vorjahr: 156), während die Auslieferungen auf 265 E-Lkw zulegten (Vorjahr: 117). Obwohl die Nachfrage nach E-Lkw im Gesamtmarkt noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau verharrt, sieht Scania ein wachsendes Kundeninteresse in Europa.

Technologisch setzte Scania im Q2 weitere Meilensteine: Erstmals konnten Kunden das neue Megawatt-Ladesystem (MCS) bestellen, das die Ladezeiten für schwere Nutzfahrzeuge drastisch verkürzt. Parallel dazu führte Scania ein neues Batteriemodul unter dem Fahrerhaus ein, das die Reichweite erhöht, ohne die Nutzlast zu beeinträchtigen.

Dass der Markt zunehmend von Pilotprojekten zu grösseren Flottenumstellungen übergeht, zeigt ein Grossauftrag aus Schweden: Das nordische Chemie-Logistikunternehmen Wibax bestellte im abgelaufenen Quartal 105 batterieelektrische Scania-Lkw inklusive Flottenoptimierungsdiensten – einer der bisher grössten Einzelaufträge für E-Lkw in der Europäischen Union. Um für die steigende Nachfrage gerüstet zu sein, kündigte Scania zudem eine Grossinvestition in das Werk Angers (Frankreich) an, um die Fertigungskapazitäten für E-Lkw in Europa erheblich auszubauen.

Stärkung der Resilienz und Ausbau des Verteidigungsbereichs

Zusätzlich zu den zivilen Transportlösungen stellte Scania im zweiten Quartal zwei Produktneuheiten für die Verteidigungslogistik vor: eine geschützte Fahrerhauskabine («Protected Cab») mit Schuss- und Sprengschutz sowie einen hybridelektrischen 4×4-Lkw, der aktuell von den schwedischen Streitkräften evaluiert wird.

Scania-Chef Christian Levin fasst den Kurs des Konzerns zusammen: «Wir fordern unsere Kostenbasis kontinuierlich heraus und verbessern die Effizienz im gesamten Unternehmen. Diese Anstrengungen geben uns die finanzielle Stärke und Flexibilität, um weiterhin in die Technologien, digitalen Fähigkeiten und industriellen Kapazitäten zu investieren, die die Zukunft des Transports gestalten werden.»

Visited 1 times, 1 visit(s) today

Weitere Beiträge zum Thema

Vorsprung in der Transportbranche
TIR transNews 
Newsletter
Nutzfahrzeuge und Transportbranche, Digitalisierung und Dekarbonisierung: Mit dem TIR transNews Newsletter sind Sie immer einen Schritt voraus.
anmelden!
Sie können sich jederzeit abmelden!
close-link