BusWin 2026: Ganzheitliche Power für die E-Mobilität
HAUSMESSE An der traditionellen Hausausstellung BusWin 2026 von Daimler Buses Schweiz standen neben der Schweizer Premiere des neuen Überlandbusses eIntouro vor allem digitale Services und schlüsselfertige Depot-Ladekonzepte im Fokus. Der Marktführer treibt die Transformation mit Nachdruck voran.

Die BusWin ist im Schweizer Terminkalender der Busbranche längst eine feste Institution. Am 17. und 18. Juni 2026 öffnete Daimler Buses Schweiz an seinem modernen Standort erneut die Tore für Kunden, Partner und Brancheninsider. Rund 320 Fachbesucher – jeweils etwa 160 Gäste pro Veranstaltungstag – folgten der Einladung nach Winterthur. Eine beachtliche Resonanz, wenn man bedenkt, dass die Hausmesse mitten in die Hochsaison des Reisebusgeschäfts fällt und viele Betreiber operativ stark gefordert sind.
«Die BusWin, unsere Hausmesse, ist eine Leistungsschau für unsere Kunden», betont Dirk Schmelzer, Geschäftsführer von Daimler Buses Schweiz. «Wir zeigen nicht nur die ganze Produktpalette an Reise- und Stadtbussen, sondern auch unsere Dienstleistungen, wobei das ganze Ökosystem der E-Mobilität inklusive Ladeinfrastruktur einen immer wichtigeren Platz einnimmt.»

Getragen wurde der Anlass vom aussergewöhnlichen Engagement der eigenen Belegschaft: Vom Empfang über die Technik-Workshops bis hin zur Betreuung organisierten die Mitarbeitenden – inklusive der Lernenden – den gesamten Event in Eigenregie. Diese familiäre Kultur spiegelte sich auch im traditionellen Abschlussabend wider, an dem die Mitarbeitenden ihre Familien auf das Areal mitbrachten.
Technologische Marktführerschaft und E-Mobilität
Daimler Buses untermauerte mit der Leistungsschau seine dominierende Marktstellung in der Schweiz. Bei Stadt- und Reisebussen hält das Unternehmen einen Marktanteil von über 50 Prozent. Die Umstellung auf lokal emissionsfreie Antriebe schreitet rasant voran: Nur noch 20 bis 25 Prozent der Stadtbusbetreiber bestellen heute noch klassische Diesel- oder Hybridvarianten. Ab der Einführung der Abgasnorm Euro 7 wird Daimler Buses in Europa keine Busse mit reinen Verbrennungsmotoren mehr neu anbieten; ab 2030 soll das gesamte Portfolio vollständig elektrifiziert sein.

Premiere für den Überland-Stromer eIntouro
Als technologischer Höhepunkt der diesjährigen BusWin feierte der Mercedes-Benz eIntouro seine Schweizer Premiere. Das Fahrzeug überträgt die bewährte, seit 1999 erfolgreiche DNA der Intouro-Baureihe nahtlos ins emissionsfreie Zeitalter. Der Produktionsstart der 13-Meter-Ausführung erfolgte im September, gefolgt von der kompakten 12-Meter-Variante im Dezember.
Herzstück des Überlandbusses sind die aus dem schweren Verteiler-Lkw bekannten Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP). Mit 200 kWh nutzbarer Energie pro Batteriepack punkten die LFP-Zellen durch hohe thermische Stabilität, eine Lebensdauer von bis zu 15 Jahren sowie den vollständigen Verzicht auf kritische Rohstoffe wie Nickel, Kobalt und Mangan.
Für den Vortrieb sorgt ein gemeinsam mit ZF entwickelter elektrischer Zentralmotor, der bei einer Hochvolt-Betriebsspannung von 850 Volt eine Dauerleistung von 320 kW sowie eine Spitzenleistung von 400 kW mobilisiert. Das integrierte 3-Gang-Getriebe wurde spezifisch auf den Überland- und Vorortseinsatz abgestimmt. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h liegt die praxisnahe Reichweite je nach Aussentemperatur, Topografie und Fahrprofil zwischen 400 und 500 Kilometern.

Digitale Flottenintelligenz mit OMNIplus ON
Parallel zur Fahrzeugtechnik gewinnt die Vernetzung im Betriebsalltag massiv an Bedeutung. Sarah Wolfmaier, Sales & Marketing Digital Services, präsentierte die jüngsten Erweiterungen des Portals OMNIplus ON, die gezielt auf Total Cost of Ownership (TCO), Betriebssicherheit und Datentransparenz einzahlen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt der «Battery Emergency Call»: Droht eine Hochvoltbatterie durch kritische Temperaturwerte thermisch zu überhitzen, löst das Telematiksystem vollautomatisch einen Alarm aus.
Über den erweiterten Dienst «Location Service Plus» lässt sich ein präzises Geofencing realisieren. Wird für sensible Zonen – etwa Wohngebiete oder Schulwege – eine Tempo-30-Begrenzung definiert, leitet der Bus bei der Einfahrt keine abrupte Bremsung ein, sondern nutzt die Bewegungsenergie, indem er sanft bis auf 30 km/h ausrollt. Ergänzt wird das Portfolio durch «Remote Control Functions», mit denen Fahrzeuge, die nachts im Freien stehen, vorab temperiert werden können.
Depot-Infrastruktur und intelligentes Lastmanagement
Mit der Verdopplung der E-Bus-Flotte von 800 Einheiten im Jahr 2024 auf 1600 Einheiten im Jahr 2025 hat sich die Schweiz nach Deutschland zum zweitwichtigsten E-Bus-Markt für Daimler Buses in Europa entwickelt. Der Systemwechsel erfordert eine vorausschauende Transformation der Betriebshöfe. OMNIplus begleitet Betreiber europaweit bei über 80 Infrastrukturprojekten – von der ersten Machbarkeitsstudie über Brandschutz- und Rückbaukonzepte bis hin zur schlüsselfertigen Ladeinfrastruktur.

Um teure Lastspitzen im Stromnetz zu brechen (Peak Shaving), kooperiert OMNIplus eng mit der Sinos GmbH. Armin Brommersberger stellte das cloudbasierte Lade- und Lastmanagementsystem (LLMS) vor, das in der Schweiz bereits von Verkehrsbetrieben wie den RVBW oder der SZU erfolgreich eingesetzt wird. Die Software berechnet Ladezyklen dynamisch auf Basis von Fahrplänen, PV-Eigenstrom, stationären Batteriespeichern und tagesaktuellen Strompreisprognosen.
Für Verkehrsunternehmen, die keine eigene Ladeinfrastruktur aufbauen oder finanzieren wollen, bietet Daimler Buses das Modell «Charging as a Service» an. Flottenbetreiber beziehen dabei Energie zu fix kalkulierbaren Kilowattstunden-Preisen über Grossabnehmerkonditionen – inklusive der Option, die Ladeinfrastruktur nach Vertragsende flexibel zu übernehmen.
