Neuer eArocs 400 überzeugt im Wintertest bei minus 20 Grad
WINTERTEST Der neue batterieelektrische Mercedes-Benz eArocs 400 für den urbanen Bauverkehr hat erfolgreich intensive Wintertests unter extremen Bedingungen absolviert. Bei Temperaturen von bis zu –20°C wurde er Anfang des Jahres am finnischen Polarkreis gezielt auf Schnee und Eis erprobt.

Im Wintertest-Fokus standen unter anderem die Traktion und die Fahrstabilität des eArocs 400 auf schnee- und eisbedeckter Fahrbahn, das Kaltstart-, Batterie- und Ladeverhalten bei extremen Minusgraden sowie die Leistungsfähigkeit des elektrischen Antriebsstrangs und das Rekuperationsverhalten im Winterbetrieb.
Michael Kimmich, Entwicklungsleiter eArocs 400: «Die Wintertests in Finnland stellten den eArocs 400 unter trockenen, extrem kalten Bedingungen vor anspruchsvolle Prüfungen, die er souverän meisterte. Mit stabilem Fahrverhalten sowie einem Reichweiten- und Ladeprofil innerhalb der erwarteten Parameter bestätigte er seine Leistungsfähigkeit.»

Die Erprobung unter winterlichen Extrembedingungen lieferte den Ingenieuren von Mercedes-Benz Trucks wichtige Erkenntnisse für die weitere Optimierung des eArocs 400 zum Start der Serienproduktion und unterstreicht die Ambition, elektrische Nutzfahrzeuge auch für anspruchsvolle Ganzjahreseinsätze bereitzustellen.
Der eArocs 400 wird ab Anfang April dieses Jahres verkauft. Das Grundfahrzeug wird ab dem dritten Quartal 2026 im Mercedes-Benz Werk Wörth am Rhein produziert. Die Integration des elektrischen Antriebsstrangs erfolgt anschliessend durch die in Vilshofen an der Donau ansässige Paul Group.

Über den eArocs 400 aus dem Wintertest
Seine Weltpremiere feierte der lokal CO₂e-freie und geräuscharme E-Lkw 2025 auf der bauma, der Weltleitmesse für Baufahrzeuge, Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen und Baugeräte in München. Dort zeigte er, dass auch das Baugewerbe von batterieelektrischen Fahrzeuglösungen profitieren kann. Der eArocs 400 wird zunächst mit einem technisch zulässigen Gesamtgewicht von 37- und 44-Tonnen in der Achsformel 8×4/4 und in vier verschiedenen Radständen verfügbar sein und kann unter anderem als Fahrmischer oder Kipper aufgebaut werden. Er deckt somit wesentliche Anwendungen für den strassennahen Bauverkehr ab. Durch seine CO₂e‑Freiheit im Fahrbetrieb darf der eArocs 400 in innerstädtische Low- und Zero-Emission-Zonen einfahren und eignet sich aufgrund der geringen Geräuschemissionen auch für lärmsensible Umgebungen wie Wohngebiete, das Umfeld von Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten sowie für Nachtbaustellen.
Für den neuen eArocs 400 übernimmt Mercedes-Benz Trucks wesentliche Komponenten aus dem Mercedes-Benz eActros-Portfolio. Hierzu gehören neben der Frontbox und dem Power Take-Off (PTO) beziehungsweise Nebenabtrieb auch die auf der Lithium-Eisenphosphat-Zelltechnologie (LFP) basierenden Batterien. Diese zeichnen sich vor allem durch eine lange Lebensdauer und eine besonders hohe nutzbare Batteriekapazität aus.
Aufgrund seines deutlich höheren Wirkungsgrads sowie weiterer Energieeinsparpotentiale, die sich unter anderem aus Rekuperation und elektrisch-betriebenen Aufbauten ergeben, ist der eArocs 400 im Vergleich zu einem vergleichbaren Diesel-Lkw um mindestens 50 Prozent energieeffizienter. Er verfügt über eine Bordspannung von 800 Volt und zwei im Batterieturm direkt hinter dem Fahrerhaus untergebrachte Batteriepakete mit einer installierten Batteriekapazität von insgesamt 414 kWh.

Ein ganzer Arbeitstag ohne Zwischenladen möglich
Die Reichweite beträgt als Fahrmischer bis zu 200 Kilometer, bei der Kippervariante steigt die Reichweite auf bis zu 240 Kilometer. Damit ist für viele Anwendungsfälle ein ganzer Arbeitstag ohne Zwischenladen möglich. Geladen werden kann der eArocs 400 mit bis zu 400 kW über die serienmässig auf beiden Seiten des Fahrzeugs verfügbare CCS2-Ladebuchse. Die zwei Batteriepakete benötigen circa 46 Minuten, um von 10 auf 80 Prozent zu laden.
Ausgestattet ist der eArocs 400 mit einem leistungsstarken Zentralantrieb mit integriertem 3-Gang-Getriebe und einer Dauerleistung von 380 kW sowie einer Spitzenleistung von 450 kW. In Kombination mit dieser technischen Antriebslösung können die bewährten Hypoid- und Aussenplanetenachsen des Arocs genutzt werden, um weiterhin die für den Baustelleneinsatz benötigte Bodenfreiheit und Geländegängigkeit zu bieten.
