Daimler Truck Jahresprognose 2026 angehoben

HALBJAHRESBILANZ Daimler Truck hebt die Jahresprognose 2026 an: Treiber sind das starke Nordamerika-Geschäft und die Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen. Das bereinigte Konzern-EBIT soll nun 3,6 bis 4,1 Milliarden Euro erreichen.

Daimler Truck Vorstand hebt Prognose für 2026 an: Karin Rådström, Vorstandsvorsitzende von Daimler Truck (links) und CFO Eva Scherer (Quelle: Daimler Truck)

Die Daimler Truck Holding AG hat anlässlich der Veröffentlichung ihrer Quartalsergebnisse für das zweite Quartal 2026 die Jahresprognose nach oben korrigiert. Ausschlaggebend dafür sind zwei Entwicklungen: die Genehmigung des Unternehmensantrags auf Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen durch das US-Handelsministerium per 1. November 2025 sowie die erwarteten höheren Absatzzahlen bei Trucks North America. Das bereinigte Konzern-EBIT wird nun in einer Bandbreite von 3,6 bis 4,1 Milliarden Euro erwartet, gegenüber der bisherigen Prognose von 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro.

Die bereinigte Umsatzrendite des Industriegeschäfts (IB) wird auf 7 bis 9 Prozent angehoben – bisher lag die Erwartung bei 6 bis 8 Prozent. Der Konzernabsatz dürfte zwischen 340’000 und 370’000 Einheiten liegen (bisher: 330’000 bis 360’000 Einheiten; 2025: 315’000 Einheiten). Der Umsatz des Industriegeschäfts wird nun mit 43 bis 47 Milliarden Euro beziffert, und der Free Cash Flow des Industriegeschäfts soll eine Spanne von 3,0 bis 3,5 Milliarden Euro erreichen.

Karin Rådström, Vorstandsvorsitzende von Daimler Truck, kommentierte die Anhebung wie folgt: «Die starke Geschäftsentwicklung bei Trucks North America, die Aussicht auf höhere Absatzzahlen und die geringere erwartete Zollbelastung im weiteren Jahresverlauf bestärken uns darin, unsere Prognose für das Gesamtjahr anzuheben.»

Q2 2026: Zölle belasten, Auftragseingang steigt deutlich

Im zweiten Quartal 2026 wirkten sich die US-Zölle weiterhin belastend auf die Profitabilität aus. Der Umsatz des Industriegeschäfts stieg auf 11,4 Milliarden Euro (Q2 2025: 10,8 Milliarden Euro), während das bereinigte Konzern-EBIT bei 838 Millionen Euro lag – ein Rückgang gegenüber den 1.022 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die bereinigte Umsatzrendite sank entsprechend von 9,2 auf 6,8 Prozent. Positiv stach der Free Cash Flow des Industriegeschäfts hervor: Er kletterte auf 1,8 Milliarden Euro, gegenüber lediglich 20 Millionen Euro im Vorjahresquartal, gestützt durch den Mittelzufluss aus ARCHION und eine verbesserte operative Cash-Generierung.

Beim Auftragseingang zeigt sich eine markante Steigerung: Konzernweit gingen im zweiten Quartal 74’448 Einheiten ein – ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Besonders stark legte das Segment Trucks North America zu, wo der Auftragseingang mit 35’379 Einheiten um 156 Prozent zulegte. Im Halbjahresvergleich ist der konzernweite Auftragseingang sogar um 40 Prozent auf 188’491 Einheiten gestiegen.

Segmente: North America im Aufwind, Buses unter Druck

Auf Segmentebene verlief die Entwicklung differenziert. Trucks North America erzielte im zweiten Quartal eine bereinigte Umsatzrendite von 8,4 Prozent und einen Absatz von 41’687 Einheiten. Für das Gesamtjahr erwartet das Segment nun eine Rendite von 9 bis 11 Prozent (bisher: 6 bis 8 Prozent) sowie einen Absatz von 160’000 bis 180’000 Einheiten.

Mercedes-Benz Trucks steigerte im zweiten Quartal den Absatz um 10 Prozent auf 38’970 Einheiten und den Umsatz um 10 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Die bereinigte Umsatzrendite blieb mit 6,0 Prozent stabil.

Daimler Buses dagegen kämpft mit einer schwachen Marktlage in Lateinamerika und Mexiko: Der Auftragseingang fiel im zweiten Quartal um 25 Prozent, der Absatz um 13 Prozent. Die Jahresabsatzprognose für das Bussegment wurde auf 20’000 bis 25’000 Einheiten gesenkt (bisher: 25’000 bis 30’000 Einheiten). Die bereinigte Umsatzrendite blieb mit 9,6 Prozent dennoch auf hohem Niveau.

Aktienrückkauf und Daimler Truck Jahresprognose 2026 im Blick der Investoren

CFO Eva Scherer kündigte an, dass unmittelbar nach Abschluss der ersten Tranche des laufenden Aktienrückkaufprogramms – voraussichtlich spätestens Mitte September 2026 – eine zweite Tranche mit einem Volumen von bis zu 1,1 Milliarden Euro gestartet wird. Diese soll bis Ende Juni 2027 laufen. Die aktualisierte Jahresprognose basiert auf der Annahme, dass das Handelsabkommen USMCA zwischen den USA, Mexiko und Kanada in seiner derzeitigen Form Bestand hat. Mögliche Änderungen der Zollpolitik oder geopolitische Entwicklungen sind darin nicht berücksichtigt.

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