Der neue KGM Musso jetzt auch als Diesel

MODELLERWEITERUNG KG Mobility, das Nachfolgeunternehmen von SsangYong und Teil des KG-Konzerns, präsentierte 2025 den neuen Pick-up Musso zunächst als batterieelektrische Version. Nun folgt die Dieselversion – mit Blick auf die traditionelle Kundschaft ein naheliegender Schritt.

Die Region Kappadokien in der Türkei bot eine spektakuläre Kulisse für die Testfahrten.
Die Region Kappadokien in der Türkei bot eine spektakuläre Kulisse für die Testfahrten.

Das Kürzel «KG» steht für Korea Green, einen der grossen Mischkonzerne Südkoreas. Die Fahrzeugsparte hiess früher SsangYong und wurde nach turbulenten Jahren unter dem Namen KG Mobility 2022 in den KG-Konzern integriert. Damit blickt das Unternehmen auf eine 72-jährige Geschichte im Fahrzeugbau zurück, in der Geländewagen und Pick-ups stets eine wichtige Rolle spielten.

Für die Präsentation des neuen KGM Musso wählten die Südkoreaner die türkische Region Kappadokien und luden für die zwei Tage mit Probefahrt insgesamt 170 Händler und Medienvertreter aus 31 Ländern nach Nevsehir ein. Warum hier? Laut KGM ist die Türkei der grösste Absatzmarkt ausserhalb Südkoreas. Im Heimmarkt ist der Hersteller vorzüglich unterwegs, so war der neue Musso mit 50 Prozent Marktanteil der bestverkaufte Pick-up im Monat März dieses Jahres.

Der zuschaltbare Allradantrieb sowie die Sechs-Gang-Automatik sind beim KGM Musso in der Schweiz bereits serienmässig an Bord.
Der zuschaltbare Allradantrieb sowie die Sechs-Gang-Automatik sind beim KGM Musso in der Schweiz bereits serienmässig an Bord.

Dual-Use im Blick

Dank Doppelkabine und zwei Fahrzeuglängen eignen sich die neuen Musso-Modelle besonders gut für den sogenannten Dual-Use: für den Arbeitseinsatz unter der Woche und für Freizeit oder Offroad-Touren am Wochenende. Auch Ferienreisen mit fünf Personen sind problemlos möglich, da sich die Ladefläche mit verschiedenen Aufbauten ergänzen lässt und so ausreichend Platz für sicher verstautes Gepäck bietet.

Im Diesel-Musso wirkt unter der Haube der bekannte und robuste 2,2-Liter-Konzern-Vierzylinder mit 202 PS bei 3800/min. Das Triebwerk entwickelt ein maximales Drehmoment von 441 Nm, das zwischen 1400 und 2800 Umdrehungen zur Verfügung steht. Der zuschaltbare Allradantrieb ist für beide Modelle erhältlich. Für die Kraftübertragung gibt es ein Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder eine Sechs-Gang-Automatik.

Die Front dominiert ein grosser Rahmen mit mittiger Kühleröffnung und integriertem Stossfänger.
Die Front dominiert ein grosser Rahmen mit mittiger Kühleröffnung und integriertem Stossfänger.

Design, Masse und Technik

An der Front dominiert ein grosser Frame oder schlicht gesagt Rahmen, in dem die Kühleröffnung mittig und der Stossfänger unten integriert ist. Im oberen Teil befinden sich die kachelartig eingelassenen LED-Leuchten und die Scheinwerfer an den Seiten. Der Musso trägt selbstbewusst seine Modellbezeichnung am vorderen Teil der Haube, den Schriftzug KGM findet man in grossen Lettern am Heck.

Insgesamt wirkt der neue Musso wuchtig-elegant mit einem markanten, sich von den Mitbewerbern differenzierenden Auftritt. Das Modell mit Normal-Länge ist 5,15 m lang, 1,865 m hoch und 1,95 m breit. Der Grand Musso ist 5,46 m lang, mit 1,875 m einen Zentimeter höher und bei der Fahrzeugbreite gleich wie der Standard-Musso. Die Radstände betragen 3,1 beziehungsweise 3,21 m beim Grand Musso.

Das aufgeräumte Cockpit bietet modernste Vernetzung und zahlreiche Assistenzsysteme.

Unverändert sind die Abmessungen der Ladefläche. Bei beiden Modellen messen die Breite 157 cm (ohne Abzug der Radhäuser) und die Bordwandhöhe 57 cm. Mit 130 cm Ladeflächenlänge bietet der Musso ein Ladevolumen von 1011 Litern. Mit 161 cm sind es beim Grand Musso 1262 Liter. Die maximale Zuladung (Nutzlast) wird mit 785 kg und 1000 kg angegeben.

Unterwegs im türkischen Hinterland

Für die Testfahrt stellte uns KGM einen Grand Musso mit Vorderradantrieb zur Verfügung. Damit fuhren wir über Autobahn und Überlandstrassen Richtung Devrent-Tal. Das Devrent Valley, auch «Imagination Valley» genannt, ist bekannt für seine surreale und jenseitige Landschaft mit seinen berühmten «Camel Rock»-Formationen.

Am Heck prangt selbstbewusst der KGM-Schriftzug.
Am Heck prangt selbstbewusst der KGM-Schriftzug.

Der KGM Musso in der Schweiz

Hierzulande wird die Marke KGM von Astara Mobility Switzerland mit Sitz in Wallisellen vertrieben. Die Diesel-Modelle Musso und Grand Musso werden in der Schweiz ausschliesslich mit dem Sechs-Gang-Automatik-Getriebe und Allradantrieb angeboten. Die Preise starten in der Ausführung Platinum bei 39’490 Franken und 40’990 Franken. Die Fahrzeuge sind ab sofort bestell- und lieferbar.

Mehr zur 2025 präsentierten, batterieelektrischen Version gibt es hier.

Roundtable mit KG Konzernchef Jea-sun Kwak

Die anwesenden Schweizer Journalisten nahmen an einem exklusiven Roundtable-Gespräch mit KG-Konzernchef Jea-sun Kwak (JSK) teil.

TIR: Wie sieht die Stellung von KG Mobility innerhalb des Konzerns aus?

Jea-sun Kwak: Der neue Zweig von KG bereitet mir aktuell eher neue Kopfschmerzen. Aber Spass beiseite: Wie Sie wissen, ist KGM aus SsangYong Motor hervorgegangen – und SsangYong hat schwierige Zeiten durchlebt. Seit der Transformation zu KG Mobility konnten wir jedoch drei Jahre in Folge gute Umsätze erzielen und erstmals seit vielen Jahren wieder einen kleinen Gewinn erwirtschaften. Deshalb erfahren wir auf unserem Heimmarkt viel Interesse und Zuspruch. Auch weltweit beobachten viele Menschen den Wiederaufstieg von KGM mit Interesse und Begeisterung.

Wie unterscheiden Sie sich von anderen Marken?

Es gibt viele vergleichbare Marken auf dem Markt. Wir wollen uns jedoch bewusst von ihnen abheben und dafür geschätzt werden. Wenn wir einfach dasselbe tun wie andere OEMs, würden wir lediglich die Geschichte des Scheiterns wiederholen. Bei anderen globalen Herstellern werden Sie kaum einen Chairman sehen, der selbst unterwegs ist und Fahrzeuge verkauft.

Inwiefern profitiert KGM von Synergien innerhalb des Konzerns – beispielsweise mit KG Steel als Stahllieferant?

Aktuell ehrlich gesagt gar nicht.

Inwiefern unterscheidet sich die Positionierung der heutigen KGM-Modelle von den früheren SsangYong-Fahrzeugen – speziell beim neuen Musso?

Nebst professionellen Nutzern sprechen wir heute vermehrt lifestyle-affine Kundengruppen an, die eigenständiges Design sowie moderne Vernetzung und On-Board-Technologien suchen. Besonders mit dem neuen Musso erfüllen wir diese Anforderungen unserer Meinung nach sehr gut. Am Ende entscheidet jedoch immer der Kunde – darauf richten wir unser Hauptaugenmerk.

KG-Konzernchef Jea-sun Kwak stellte sich unseren Fragen.

Letztes Jahr startete der Musso EV, nun folgt der neue Musso mit Dieselantrieb. Ist das Teil einer vollständigen Elektrifizierungsstrategie oder bewusst eine Dual-Antriebs-Strategie?

KGM ist zwar ein kleiner Hersteller, aber global tätig. Deshalb macht der Diesel weiterhin Sinn – zumindest für gewisse Märkte. Europa, Nordamerika und Teile Asiens sind bereit für Elektromobilität. Wenn Sie jedoch an Afrika oder Südamerika denken, bleibt der Diesel aufgrund der fehlenden Ladeinfrastruktur noch lange die bessere Lösung. Es geht nicht darum, das zu verkaufen, was wir wollen, sondern darum, die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen – genau darum geht es im Geschäft.

Der Markt für leichte Nutzfahrzeuge wächst in vielen Ländern stärker als jener für Personenwagen. Plant KGM zusätzliche LCV-Modelle, etwa Transporter bis 3,5 Tonnen?

Wir beobachten die Marktentwicklung laufend und insbesondere das Segment der leichten Nutzfahrzeuge ist äusserst interessant. Wir haben bereits KGM Commercial – vielleicht haben Sie davon gehört – und entwickeln auch andere Fahrzeugtypen, beispielsweise kleine Transporter auf Basis des Torres EVX. Ja, wir haben entsprechende Pläne. Aber diese werden zu gegebener Zeit vorgestellt – nicht sofort.

Welche Anforderungen stellen die verschiedenen Importeure an KGM? Werden häufig länderspezifische Anpassungen verlangt?

Wir stehen in engem Austausch mit unseren Distributoren und analysieren gemeinsam die Bedürfnisse der Kunden. KGM ist vermutlich stärker als viele andere Hersteller bereit und fähig, rasch auf Sonderwünsche einzugehen und diese umzusetzen.

Wie steht es um die Schweiz?

Die neue Marke KGM wird auch in der Schweiz mit viel Sympathie aufgenommen. Die Menschen dort schätzen asiatische Werte – gerade auch bei Automobilen. Wir Koreaner denken oft an die Schweiz, denn sie gilt in den Köpfen vieler Koreaner als Traumdestination.

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