Kia PV7: Neuer Elektro-Transporter für Cargo und Personen

IAA TRANSPORTATION 2026 Kia lanciert nach dem PV5, dem International Van of the Year 2026, mit dem nächstgrösseren PV7 ein vollelektrisches Nutzfahrzeug für Fracht- und Personentransport. 800-Volt-Technik, bis 460 km Reichweite und flexible Aufbauten richten sich an Flotten und Gewerbe.

PV7 startet als Cargo und Passenger. Quelle: zvg
PV7 startet als Cargo und Passenger. Quelle: zvg

Kia hat an der IAA Transportation 2026 in Hannover den PV7 vorgestellt. Das zweite Modell der vollelektrischen PBV-Baureihe (Platform Beyond Vehicle) erweitert das Angebot der Marke im Segment der leichten Nutzfahrzeuge und richtet sich mit den Varianten Cargo und Passenger an Logistikunternehmen, Flottenbetreiber, Shuttle-Dienste sowie kleine und mittlere Betriebe. Der Kia PV7 baut auf der speziell für die PBV-Strategie entwickelten E-GMP.S-Architektur auf und verfügt über einen flachen Fahrzeugboden, der maximalen Innenraum und flexible Nutzungsmöglichkeiten schafft.

Ho Sung Song, Präsident und CEO von Kia, erklärt: «Mit dem PV7 gehen wir den nächsten Schritt auf unserem Weg zu individuell zugeschnittener Mobilität und bauen auf dem Fundament auf, das wir mit dem PV5 geschaffen haben.» Der Marktstart in Korea und Europa ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen, weitere Varianten und Märkte sollen folgen.

Antrieb, Reichweite und Ladeleistung des Kia PV7

Für den Antrieb stehen zwei Nickel-Kobalt-Mangan-Batterien mit 71,5 kWh und 96,2 kWh zur Verfügung. Der Elektromotor leistet bis zu 200 kW bei einem Drehmoment von 420 Nm und treibt serienmässig die Vorderräder an; eine Allradvariante ist für einen späteren Zeitpunkt angekündigt. Die Cargo-Variante mit der grösseren Batterie erreicht laut Kia eine rein elektrische Reichweite von über 460 Kilometern nach WLTP, wobei dieser Wert auf internen Tests basiert und noch offiziell bestätigt werden muss.

Dank der 800-Volt-Architektur lässt sich der PV7 an einer 350-kW-Schnellladestation in rund 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Als erstes Kia-Modell verfügt der PV7 über zwei Ladeanschlüsse – einen vorderen Wechselstrom-/Gleichstrom-Anschluss sowie einen optionalen Wechselstrom-Anschluss am Heck. Über die Vehicle-to-Load-Funktion lassen sich zudem Werkzeuge und Geräte extern mit Strom versorgen.

Der PV7 Cargo startet 2027. Quelle: zvg

Kia PV7 Cargo: Ladekapazität und Nutzlast im Fokus

Der PV7 Cargo ist für Logistik, Lieferdienste und Fuhrparks konzipiert und in 2- und 3-Sitzer-Ausführungen erhältlich. Die Variante Cargo Long bietet bis zu 6,1 m³ Laderaum nach VDA-Standard, die Cargo-High-Roof-Version bis zu 8,0 m³. Die maximale Nutzlast liegt bei 1165 kg (Long) beziehungsweise 1200 kg (Compact). Bei einer Ladehöhe von 550 mm finden bis zu drei Europaletten im Format 800 × 1200 mm Platz. Ein spezieller Fahrmodus für schwere Lasten passt die Fahrzeugleistung an den jeweiligen Beladungszustand an.

Zur Ausstattung zählen wahlweise vollständig öffnende, zweiflügelige Hecktüren oder eine konventionelle Heckklappe sowie die Funktion Smart Walk Away, die die elektrische Schiebetür automatisch schliesst, sobald sich die fahrende Person mit dem Smart Key entfernt. Eine Durchlademöglichkeit in der Trennwand für extralange Gegenstände sowie eine separate Ver- und Entriegelung der Laderaumtüren runden das Angebot ab.

Der PV7 Cargo startet 2027. Quelle: zvg

PV7 Passenger: flexible Sitzkonfiguration für bis zu neun Personen

Der PV7 Passenger ist für Personenbeförderung, Shuttle- und Mietdienste sowie den Tourismuseinsatz ausgelegt und bietet weltweit Platz für bis zu neun, in Korea für bis zu elf Personen. Das Modell mit sieben Sitzplätzen verfügt über Long-Rail Easy Remove Seats, die sich verschieben, um 180 Grad gedreht einbauen sowie herausnehmen lassen. Die Neunsitzer-Version ist mit oder ohne vierte Sitzreihe erhältlich. Eine separate Klimatisierung im Fond, USB-C-Ladeanschlüsse mit 100 Watt sowie verschiedene Ablagemöglichkeiten ergänzen die Ausstattung.

Der PV7 Passenger bietet flexible Sitzkonfigurationen. Quelle: zvg
Der PV7 Passenger bietet flexible Sitzkonfigurationen. Quelle: zvg

Konnektivität, Sicherheit und Design

Das Infotainmentsystem Pleos Connect basiert auf Android Automotive OS und bietet vernetzte Navigation, konfigurierbare Bildschirmlayouts sowie einen offenen App-Marktplatz mit Over-the-Air-Updates. Der integrierte KI-Sprachassistent Gleo AI ermöglicht die Steuerung von Fahrzeug-, Navigations- und Messaging-Funktionen per Sprachbefehl. Für das Flottenmanagement stellt Kia zudem das Business Solutions Portal bereit, das Laden, Wartung und Tagesbetrieb unterstützt.

Bei der Sicherheitsausstattung setzt der PV7 in der Passenger-Variante auf sieben Airbags, darunter einen im Dachhimmel integrierten Beifahrerairbag, sowie auf den Pedal Misapplication Safety Assist 2.0. Ergänzt wird das System durch Fahrassistenzfunktionen wie Frontkollisionswarner, Spurhalteassistent, navigationsbasierten Tempomaten und Rundumsicht-Kamera.

Optisch orientiert sich der PV7 an der mit dem PV5 eingeführten PBV-Designsprache: aufrechte Proportionen, eine kantige Silhouette mit flacher Dachlinie sowie die charakteristische schwarze Motorhaube prägen den Auftritt. Karim Habib, Leiter von Kia Global Design, sagt dazu: «Der PV7 knüpft an die mit dem PV5 eingeführten Designprinzipien an und zeigt, wie ein grösseres Nutzfahrzeug zugänglicher und anpassungsfähiger gestaltet werden kann.»

Der PV7 setzt auf vernetzte Technologien. Das offene Fach hinter dem Lenkrad fasst nun auch A4‑Dokumente. Quelle: zvg

Modellpalette und Marktstart

Nach der Markteinführung 2027 will Kia die PV7-Palette auf 23 Varianten ausbauen, darunter Cargo-Ausführungen in Compact, Long und High Roof, Passenger-Modelle in Compact und Long sowie ein Chassis Cab für Sonderaufbauten. Produziert wird der PV7 im auf PBV spezialisierten Werk Hwaseong EVO West sowie im PBV Conversion Center von Kia, ergänzt durch regionale Umbaupartner. Für 2029 ist mit dem PV9 ein weiteres Modell der PBV-Familie angekündigt.

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