cellcentric BZA375 soll Brennstoffzellenstandard für Lkw werden
WASSERSTOFFMOBILITÄT Der Spezialist cellcentric bringt mit dem cellcentric BZA375 sein Brennstoffzellensystem der nächsten Generation offiziell auf den Markt. Das für den Schwerlastverkehr optimierte System ist ab sofort für Tests und industrielle Validierungen verfügbar.

Vorgestellt im Rahmen der Hannover Messe 2026, markiert das cellcentric BZA375 (zuvor als «NextGen» bekannt) einen Wendepunkt für emissionsfreie Schwerlastanwendungen. Als Tier-1-Zulieferer adressiert das Joint Venture von Daimler Truck und der Volvo Group damit die zentrale Herausforderung der Dekarbonisierung: eine Antriebstechnologie zu schaffen, die in puncto Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit mit modernen Dieselmotoren konkurrieren kann. Das System leistet konstant 375 kW (über 500 PS) und wurde gezielt auf die Optimierung der Gesamtbetriebskosten (TCO) im Fernverkehr getrimmt.

Effizienzsprung durch cellcentric BZA375
Im Vergleich zum Vorgängermodell BZA150 bietet das cellcentric BZA375 beeindruckende Fortschritte. Der Treibstoffverbrauch sinkt um 20 Prozent, wodurch ein voll beladener 40-Tonnen-Lkw mit weniger als 6 Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer auskommt. Zudem konnte die Abwärme um 40 Prozent reduziert werden, was kompaktere und kostengünstigere Kühlsysteme ermöglicht. Mit einer um 40 Prozent höheren Leistungsdichte passt das System exakt in Bauräume, die ursprünglich für konventionelle 13-Liter-Dieselmotoren entwickelt wurden. Dank eines Gewichts von weniger als 500 Kilogramm bleibt die gewohnte Nutzlast der Fahrzeuge nahezu vollständig erhalten.
Serienreife und vielfältige Einsatzgebiete
Ein entscheidender Vorteil des cellcentric BZA375 ist der Wechsel vom bisherigen «Twin-System» hin zu einem leistungsstarken Single-System-Package. Dies reduziert die Komplexität und erleichtert Fahrzeugherstellern (OEMs) die Integration in bestehende Fahrzeugarchitekturen massgeblich. Die Lebensdauer ist auf 25’000 Stunden ausgelegt, was im schweren Güterverkehr einer Einsatzdauer von rund zehn Jahren entspricht. Nicholas Loughlan, CTO von cellcentric, betont die Offenheit für Partnerschaften mit allen Herstellern, die ihr Portfolio dekarbonisieren wollen.

Obwohl der Fokus auf schweren Fernverkehrs-Lkw liegt, eignet sich das cellcentric BZA375 auch für Reisebusse, den Schienenverkehr oder die stationäre Energieerzeugung. Die Prototypenfertigung ist bereits angelaufen; erste Einheiten stehen Kunden für Validierungen in realen Flottenanwendungen zur Verfügung. Die Vorbereitungen für die Serienproduktion gegen Ende des Jahrzehnts laufen auf Hochtouren, um die Skaleneffekte der Ein-Produkt-Strategie voll auszuschöpfen.




























