Fraunhofer PAPURE: Klebstofffreie Papierverpackungen

KREISLAUFWIRTSCHAFT Nachhaltige Papierverpackungen ohne Klebstoffe: Fraunhofer-Institute entwickeln ein Verfahren, das mittels CO-Laser zuckerartige Spaltprodukte als Bindemittel nutzt. Die Technologie lässt sich nahtlos in industrielle Siegelprozesse integrieren.

Die modulare Demonstratoranlage mit integriertem PAPURE-Lasermodul in Dresden bildet im Labormassstab den Prozess im industrienahen Rolle-zu-Rolle-Verfahren ab.

Papier gilt in der Intralogistik und Verpackungsindustrie als nachhaltige Alternative zu Kunststoff. Doch ein entscheidender Nachteil blieb bislang: Um «Papierverpackungen» sicher zu verschliessen, waren stets Fremdstoffe wie Klebstoffe oder Kunststoffbeschichtungen nötig. Diese erschweren das Recycling und mindern die Qualität des Rezyklats. Das Fraunhofer-Projekt PAPURE präsentiert nun eine bahnbrechende Lösung: Ein laserbasiertes Verfahren, das Papier komplett klebstofffrei fügt.

Laser-Funktionalisierung für saubere Papierverpackungen

Das Prinzip basiert auf der gezielten Oberflächenmodifikation. Die Forschenden der beteiligten Fraunhofer-Institute nutzen einen Kohlenstoffmonoxid-Laser (CO-Laser), um die Papierbestandteile Lignin, Hemicellulose und Cellulose kurzzeitig zu erwärmen. Dabei entstehen aufschmelzbare, zuckerartige Spaltprodukte direkt auf der Papieroberfläche.

«Wir erzeugen quasi unseren eigenen Klebstoff in Form der Spaltprodukte», erklärt Volker Franke vom Fraunhofer IWS. Im anschliessenden Heisssiegelverfahren werden zwei Papierlagen durch Druck und Wärme stoffschlüssig miteinander verbunden. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Eine nur sechs Quadratzentimeter grosse Verbindung kann Lasten von bis zu 20 Kilogramm tragen.

Der Prozess zum fremdstofffreien Fügen einer lasermodifizierten Papierbahn schematisch dargestellt.

Integration in die industrielle Produktion

Ein zentraler Aspekt von PAPURE ist die Markttauglichkeit. Am Fraunhofer IWU in Dresden entsteht derzeit eine modulare papierverarbeitende Fertigungsanlage im Labormassstab, die den Prozess im industrienahen Rolle-zu-Rolle-Verfahren abbildet. Die Technologie ist so konzipiert, dass sich das Laser- und das Siegelmodul in bestehende Verpackungsmaschinen integrieren lassen. Dies bietet Maschinenbauern und Abpackern die Chance, als Vorreiter im Bereich «Green Packaging» zu agieren.

Untersuchungen zeigen, dass sich vor allem dickere Standardpapiere, wie sie für Einwegbecher oder Lebensmittelverpackungen genutzt werden, hervorragend für dieses Verfahren eignen. Bis zum Projektende im September 2026 soll die Anlage eine Geschwindigkeit von zehn Verpackungen pro Minute erreichen.

Interessierte Unternehmen können die Funktionsweise der PAPURE-Anlage live erleben. Die Fraunhofer-Forschenden präsentieren das Verfahren auf der Messe Interpack 2026 in Düsseldorf (Halle 4, Stand C54).

Papierhaspel nach dem Siegelmodul. Gut zu sehen sind die Ausschnitte der Vierrandbeutel.

Schweizer Beteiligung und Pilotkunden

Aktuell befinden sich die Fraunhofer-Institute für das Projekt PAPURE in der Phase der industriellen Validierung. Während spezifische Namen von Pilotkunden aus Wettbewerbsgründen oft erst zur Markteinführung (geplant für Ende 2026) offiziell genannt werden, ist bekannt, dass das Fraunhofer IVV traditionell eng mit grossen Akteuren der Schweizer Lebensmittelindustrie sowie dem Schweizerischen Verpackungsinstitut (SVI) vernetzt ist. Besonders Unternehmen, die auf nachhaltige «Papierverpackungen» für trockene Güter (z. B. Teigwaren, Zucker oder Mehl) setzen, evaluieren derzeit die Integration des Laser-Fügens, um Klebstoffe vollständig zu eliminieren.

Schweizer Aussteller auf der Interpack 2026

Die Schweiz ist auf der Interpack 2026, die vom 7. bis 13. Mai in Düsseldorf stattfindet, gewohnt stark vertreten. Rund 100 Schweizer Aussteller sind gemeldet.

Besonders im Umfeld der Technologie-Lounge des VDMA (Halle 4), in der auch das PAPURE-Verfahren präsentiert wird, finden sich namhafte Schweizer Unternehmen aus dem Bereich Maschinenbau und Verpackungstechnik:

  • AISA Automation Industrielle S.A.: Spezialist für innovative Verpackungslösungen und Tuben-Technologien.

  • Bobst Mex SA: Einer der weltweit führenden Lieferanten von Anlagen für die Substratverarbeitung, den Druck und die Weiterverarbeitung (wichtig für die Skalierung von Papierlösungen).

  • Sidel (mit Sitz in Hünenberg): Präsentiert in Halle 13 umfassende Lösungen für komplette Verpackungslinien und nachhaltiges Design.

  • ALFA Klebstoffe AG / Jowat Swiss AG: Diese Unternehmen zeigen komplementäre oder alternative Ansätze zur Nachhaltigkeit, falls mechanische oder laserbasierte Fügeverfahren (noch) nicht anwendbar sind.

Klebstofffreie Papierverpackungen auch für Schweizer Unternehmen interessant

Für Schweizer Produzenten ist die Technologie vor allem unter dem Aspekt der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) interessant. Da das Verfahren Fremdstoffe eliminiert, erreichen die so hergestellten Packmittel eine Recyclingquote von nahezu 100 %. Dies senkt künftige Entsorgungsgebühren und steigert den Markenwert bei umweltbewussten Konsumenten.

Wohlwend Transport AG setzt auf Renault Trucks E-Tech T4×2

ABLIEFERUNG Das Unternehmen, das seit vielen Jahren mit der Garage J. Eberle AG zusammenarbeitet, setzt mit der Investition in zwei vollelektrische Renault Trucks ein klares Zeichen für nachhaltige Transportlösungen im regionalen Verteiler- wie auch im Fernverkehr.

Die Wohlwend Transport AG erweitert ihren Fuhrpark um zwei vollelektrische Renault Trucks E-Tech T4×2.

Der Renault Trucks E-Tech T4×2, wie ihn die Wohlwend Transport AG beschafft hat, ist mit drei Elektromotoren ausgestattet, die eine Gesamtleistung von 490 kW (666 PS) bereitstellen. Durch sein robustes Optidriver-Getriebe AT2412 mit Optivision+ eignet sich das Fahrzeug ideal für anspruchsvolle Einsätze bis 44 Tonnen Gesamtzuggewicht. Der auf höchste Effizienz ausgelegte Antriebsstrang erlaubt überdurchschnittliche Reichweiten und tiefste Verbräuche in kWh/km.

Massgeschneiderte Ausstattung für Wohlwend Transport AG

Der E-Tech T4×2 für die Wohlwend Transport AG wurde spezifisch auf die Anforderungen des Unternehmens abgestimmt. Dazu gehören:

  • Komplettlackierung aller Kabinenteile und Radnaben in Kundenfarbe
  • Hebebühnenversorgung für den Auflieger
  • Schalter für Lenkachs-Sperre

Die Kombination aus Effizienz, Komfort und kundenindividueller Ausstattung macht das Fahrzeug zu einem zuverlässigen Baustein im modernen und nachhaltigen Fuhrpark des Unternehmens.

Der E-Tech T4×2 wurde spezifisch auf die Anforderungen des Unternehmens abgestimmt.

Langjährige Partnerschaft als Fundament

Mit der Integration der neuen E-Tech-Modelle setzt das 1962 gegründete Unternehmen seine langjährige Zusammenarbeit mit Renault Trucks und der Garage J. Eberle AG konsequent fort. Die Entscheidung für den neuen E-Tech T unterstreicht das Vertrauen in die Marke und die gemeinsame Vision einer nachhaltigen Logistik. «Die Wohlwend Transport AG ist ein Unternehmen, das Tradition und Fortschritt optimal verbindet. Wir freuen uns sehr, dieses wichtige Elektrifizierungsprojekt gemeinsam umzusetzen», erklärt Joachim Eberle, Verkaufsberater und langjähriger Partner des Unternehmens.

Mit der Integration der neuen E-Tech-Modelle setzt das Unternehmen mit Firmensitz im Fürstentum Liechtenstein seine langjährige Zusammenarbeit mit Renault Trucks und der Garage J. Eberle AG konsequent fort.

Scania und LKAB elektrifizieren Bergbau mit 8×4-Kipper «Sleipner»

ELEKTRIFIZIERUNG Ein vollelektrischer 8×4-Schwerlastkipper mit zwei lenkbaren Vorderachsen – der weltweit erste seiner Art von Scania – hat den Betrieb in der LKAB-Mine in Malmberget, Nordschweden, aufgenommen. Sein Spitzname «Sleipner» stammt von Odins legendärem achtbeinigem Pferd.

Das neue Fahrzeug baut auf den Erfahrungen mit dem vollelektrischen Scania 6×4-Kipper auf, der bereits seit 2022 erfolgreich im Einsatz ist.

«Sleipner» ist der erste Scania-Elektro-Lkw mit zwei lenkbaren Vorderachsen, entwickelt auf der modularen Elektroplattform des Unternehmens. Diese Konfiguration ermöglicht höhere Nutzlasten und bietet Stabilität auf den anspruchsvollen Strassen im Bergwerk – eine robuste Antwort auf eine komplexe Herausforderung.
«Wenn er wie erwartet performt, haben wir eine vollständig fossilfreie Lösung für den Transport von Abraum in extrem fordernden Bergbaubetrieben», sagt Peter Gustavsson, Projektleiter für die Elektrifizierung mobiler Maschinen bei LKAB. Da LKAB jährlich mehr als fünf Millionen Tonnen Abraum transportiert, sind die potenziellen CO₂-Einsparungen signifikant. «Partnerschaften wie diese mit LKAB sind unerlässlich, um zu lernen und den Fortschritt zu beschleunigen», ergänzt Tony Sandberg, Leiter von Scania Pilot Partner.

Eine neue Generation elektrischer Bergbau-Lkw

«Sleipner» wurde speziell für den Versorgungs- und Bergbausektor konzipiert. Er transportiert Abraum von einer Schüttstation zu einem Verfüllstandort in Tingvallskulle – eine Strecke von etwa fünf Kilometern mit einem Höhenunterschied von 250 Metern. Voll beladen wiegt der Lkw 60 Tonnen, wovon 38 Tonnen auf die Nutzlast entfallen.

Der erste Scania-Elektro-Lkw mit zwei lenkbaren Vorderachsen ermöglicht höhere Nutzlasten und bietet Stabilität auf den anspruchsvollen Strassen im Bergwerk.

Angetrieben wird das Fahrzeug von zwei MP20-Batteriepaketen mit einer installierten Gesamtkapazität von 416 kWh und einem 400-kW-Elektromotor (EM C 1-4). Damit ersetzt der Lkw sein Pendant mit Verbrennungsmotor vollständig und beweist, dass die bewährte Elektrotechnologie von Scania nun auch die extremen Anforderungen im schweren Bergbau erfüllen kann.

Entwicklungspartnerschaft von Scania und LKAB

Das neue Fahrzeug baut auf den Erfahrungen mit dem vollelektrischen Scania 6×4-Kipper auf, der bereits seit 2022 erfolgreich in Malmberget im Einsatz ist. Durch die enge Zusammenarbeit mit innovationsbereiten Kunden wie LKAB verfeinert Scania seine elektrifizierten Lösungen unter realen Bedingungen.

«Jeder neue Lkw, den wir in Betrieb nehmen, hilft uns und unseren Kunden zu verstehen, wie wir die Elektrifizierung in den härtesten Umgebungen skalieren können», so Sandberg abschliessend. «Dieses Fahrzeug ist erst der Anfang vieler weiterer Lösungen für den Bergbau.»

Voll beladen wiegt der Lkw 60 Tonnen, wovon 38 Tonnen auf die Nutzlast entfallen.

Neue Generation schwerer Dieselmotoren für Nordamerika

DAIMLER TRUCK Detroit, die Antriebsmarke von Daimler Truck North America und führender Hersteller von Schwerlast-Lkw-Motoren sowie Komponenten für Nutzfahrzeuge, hat sein neues Gen‑6‑Motorenportfolio vorgestellt. Dieses besteht aus den Motoren DD13, DD15 und DD16.

Die neueste Generation sichert die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der
Schwerlastmotoren von Daimler Truck in Nordamerika.

Daimler Truck North America (DTNA) präsentiert mit der sechsten Generation der Detroit-Motorenreihe die Antwort auf kommende Emissionsstandards. Die neuen Aggregate festigen die Marktposition der hocheffizienten Dieselmotoren und bieten den Flottenbetreibern in ganz Nordamerika Planungssicherheit bis weit über das Jahr 2027 hinaus.

Mit den Modellen DD13, DD15 und DD16 führt Detroit eine bewährte Tradition fort, die seit der ersten Neuentwicklung im Jahr 2007 über 1,2 Millionen Schwerlastmotoren auf die Strasse gebracht hat. David Carson, Senior Vice President Sales & Marketing bei DTNA, betont die Bedeutung von Zuverlässigkeit und Effizienz in einem sich schnell wandelnden regulatorischen Umfeld: «Das Vertrauen unserer Kunden in die Marke Detroit ehrt uns und hilft uns massgeblich bei dieser Motorenumstellung.»

Die optimierte Technologie steigert die Effizienz und erfüllt die US-amerikanischen EPA-Emissionsstandards für 2027.

Effizienz für moderne Dieselmotoren und Märkte in Nordamerika

Die neuen Detroit Gen-6-Motoren verfeinern das Design ihrer Vorgänger, um die Auswirkungen strengerer Abgasvorschriften abzufedern, ohne die für Detroit typische Langlebigkeit zu beeinträchtigen. Da die Anforderungen an die Abgasnachbehandlung kontinuierlich steigen, liegt der Fokus der Gen 6 auf einer optimierten Verbrennung und gesteigerter Gesamteffizienz. Die DD13- und DD15-Varianten werden ab Januar 2027 verfügbar sein, während der leistungsstarke DD16 im Januar 2028 folgt.

Globale Skaleneffekte der HDEP-Plattform

Die Gen-6-Serie markiert die erste Markteinführung innerhalb der jüngsten Evolution der globalen Heavy-Duty-Dieselmotorenplattform (HDEP) von Daimler Truck. Diese Strategie ermöglicht einmalige Skaleneffekte in der Nutzfahrzeugbranche: Jährlich werden marken- und regionenübergreifend rund 200.000 Einheiten produziert. Damit sichert der Konzern die langfristige Wettbewerbsfähigkeit seiner Verbrennungsantriebe und steuert die Transformation in der für den jeweiligen Markt passenden Geschwindigkeit.

Gefertigt werden die Aggregate am geschichtsträchtigen Standort Redford, USA.

Produktion im Herzen von Michigan

Seit 1938 fungiert das Werk in Michigan als Zentrum für Forschung, Entwicklung und Produktion von Daimler Truck North America. Über 2000 Mitarbeitende sind dort mit der Herstellung von Motoren, Getrieben und Achsen beschäftigt. Mit der Gen 6 bleibt Detroit das technologische Rückgrat für die Marken Freightliner und Western Star.

Renault Trucks behauptet sich 2025 in schwierigem Marktumfeld

JAHRESBILANZ 2025 Trotz der 2024 begonnenen und 2025 fortgesetzten Marktabschwächung wahrte Renault Trucks seine starke Position in Europa und verzeichnet ausserdem einen Anstieg seiner internationalen Aktivitäten. Insgesamt 55.011 Fahrzeuge wurden vom französischen Hersteller fakturiert.

An der Solutrans in Lyon (F) präsentierte Renault Trucks seine Lkw-Neuheiten für 2026.

Während das Gesamtvolumen im europäischen Markt leicht rückläufig ist, punktet Renault Trucks 2025 mit einem massiven Wachstum bei elektrischen Nutzfahrzeugen und dem Ausbau seiner internationalen Aktivitäten.

Im Geschäftsjahr 2025 fakturierte der französische Hersteller weltweit insgesamt 55.011 Fahrzeuge. In einem Marktumfeld, das sich nach den Rekordjahren zunehmend normalisiert, verzeichnete das Unternehmen in Europa (EU30 inkl. Schweiz) einen Rückgang der Fakturierungen um 4 Prozent auf 48.362 Einheiten. Dennoch konnte der Marktanteil im schweren Segment (>16 t) um 0,3 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent gesteigert werden. Besonders dynamisch entwickelten sich die Märkte in Irland, Spanien und Luxemburg, während Renault Trucks im Heimmarkt Frankreich mit 29,8 Prozent weiterhin eine dominante Stellung einnimmt.

Am Stand von Renault Trucks waren der E-Tech T 780 und die E-Achse hintereinander gruppiert.

Internationales Wachstum und Verteidigungssektor

Abseits des europäischen Kontinents legte Renault Trucks um 3 Prozent auf 6649 Fahrzeuge zu. Ein historisches Ergebnis erzielte die Marke in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einem Marktanteil von 15 Prozent. Auch in Afrika bleibt die Dynamik hoch, insbesondere in Tunesien, wo sich die Verkaufszahlen verdoppelten. Der Verteidigungssektor erwies sich 2025 mit einem Volumenplus von 10 Prozent als stabiler Wachstumstreiber, unter anderem durch Grossaufträge für die spanische und französische Armee.

Die neuen elektrischen Fernverkehrs-E-Lkw von Renault Trucks kommen als 6×2 mit liftbarer «kleiner» Nachlaufachse.
Die neuen elektrischen Fernverkehrs-E-Lkw von Renault Trucks kommen als 6×2 mit liftbarer «kleiner» Nachlaufachse.

E-Nutzfahrzeuge von Renault Trucks werden 2025 zum Wachstumsmotor

Der Absatz von Elektrofahrzeugen stieg 2025 insgesamt um 60 Prozent auf 2612 Einheiten. Herausragend ist dabei die Entwicklung bei den elektrischen Nutzfahrzeugen: Hier explodierten die Zahlen um 190 Prozent auf 1812 Fahrzeuge. Im wettbewerbsintensiven Segment der schweren Elektro-Lkw sank der Marktanteil in Europa zwar auf 15 Prozent, doch mit einer Elektrifizierungsrate von 3,2 Prozent liegt Renault Trucks weiterhin deutlich über dem europäischen Marktdurchschnitt von 1,9 Prozent.

Ausblick: Neue Modelle und Flexis-Kooperation

Um die Marktführerschaft bei den Elektro-Lkw auszubauen, erweitert Renault Trucks 2026 sein Portfolio massiv. Highlights der kommenden Markteinführungen sind:

  • E-Tech D (12 & 14 t): Ultrakompakte Lösungen für die City-Logistik.

  • E-Tech T 780: Ein Fernverkehrs-Spezialist mit einer Reichweite von über 600 km pro Ladung.

  • Flexis-Generation: Ab 2027 wird Renault Trucks die neue, gemeinsam mit Volvo und CMA-CGM entwickelte Generation von Software-Defined-Nutzfahrzeugen vertreiben.

Fokus auf den Lebenszyklus

Auch im Bereich der Kreislaufwirtschaft setzt der Hersteller Akzente. Trotz eines Rückgangs beim Absatz von Gebrauchtfahrzeugen auf 6588 Einheiten forciert die Used Trucks Factory in Bourg-en-Bresse Konzepte zur Lebensdauerverlängerung. Die Sonderserie «T01 Racing» demonstriert, wie gebrauchte Lkw durch gezielte Aufwertung eine zweite attraktive Karriere starten können.

Antoine Duclaux, Präsident von Renault Trucks, resümiert: «Renault Trucks steht weiterhin für Solidität. Wir treiben die nachhaltige Transformation voran und gewährleisten dabei die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Kunden.»

Iveco und PlusAI: Startschuss für Level-4-Lkw in Spanien

AUTONOMES FAHREN Ab 2026 startet in Spanien ein mehrjähriges Pilotprojekt für hochautomatisiertes Fahren (Level 4) im realen Logistikbetrieb. Die mit PlusAI-Technologie ausgestatteten Iveco-Lkw sollen die Sicherheit und Effizienz auf südeuropäischen Güterkorridoren revolutionieren.

Iveco und PlusAI planen den ersten Einsatz von Schwerlastfahrzeugen mit Autonomiestufe 4 (ADS) in Südeuropa.

Iveco, die Nutzfahrzeugmarke der Iveco Group, hat gemeinsam mit ihrem langjährigen Partner PlusAI ein wegweisendes Programm für autonomes Fahren in Südeuropas Logistiksektor angekündigt. In Zusammenarbeit mit dem spanischen Logistikdienstleister Sesé und der Regierung von Aragonien werden schwere Lastwagen der Baureihe S-Way für den autonomen Betrieb auf Level 4 vorbereitet. Das Ziel ist die Integration der virtuellen Fahrer-Software von PlusAI in den regulären Güterverkehr zwischen Madrid und Saragossa.

PlusAI SuperDrive auf der Langstrecke

Im Rahmen des Programms werden zwei schwere Lkw mit dem System PlusAI SuperDrive ausgestattet. Diese virtuellen Fahrer-Lösungen ermöglichen es den Fahrzeugen, komplexe Fahraufgaben selbstständig zu bewältigen. Ab 2026 werden die autonomen Trucks auf einem rund 300 Kilometer langen Güterkorridor eingesetzt. Zur Sicherheit bleibt während der gesamten mehrjährigen Testphase ein Sicherheitsfahrer an Bord, der jederzeit eingreifen kann.

Sicherheit und Effizienz als strategische Pfeiler

Für Marco Liccardo, Chief Technology & Digital Officer der Iveco Group, ist die Fahrzeugautomatisierung eine zentrale Säule der Konzernstrategie. Die Kooperation mit PlusAI soll nicht nur die ADAS-Systeme (Fahrerassistenz) verbessern, sondern den Weg für nachhaltigere Transportlösungen ebnen.

Auch Shawn Kerrigan, COO und Mitgründer von PlusAI, betont das transformative Potenzial: Autonome Lkw könnten die Verkehrssicherheit drastisch erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Lieferketten stärken. Neben Spanien laufen bereits ähnliche Bestrebungen für Testbetriebe in Deutschland.

Technologische Evolution bei Iveco

Die Iveco Group forscht bereits seit Jahren an vernetzten und autonomen Lösungen. Die Partnerschaft deckt sowohl hochentwickelte Level-2+-Systeme als auch die nun forcierten Level-4-Programme ab. Wirtschaftlich steht PlusAI vor einem Meilenstein: Das Unternehmen bereitet durch den Zusammenschluss mit Churchill Capital Corp IX den Börsengang an der Nasdaq vor, was die weitere Skalierung der autonomen Fahrsoftware weltweit beschleunigen dürfte.

Wenn das vollelektrische Scania Kehrichtfahrzeug leise summt

ENTSORGUNG Ende Oktober 2025 durfte die Berner Vorortsgemeinde Ostermundigen zwei neue, vollelektrische Scania 30R B 6×2*4 NB Kehrichtfahrzeuge in Betrieb nehmen. Ein bedeutender Meilenstein auch für die Gemeinde, die damit als gutes Beispiel voranschreitet.

Die beiden neuen, vollelektrischen Kehrichtfahrzeuge der Gemeinde Ostermundigen.

Die Organisation der Kehrichtabfuhr ist eine Kernaufgabe jeder Gemeinde. Mit dem Einsatz moderner, vollelektrischer Nutzfahrzeuge wie dem Scania Kehrichtfahrzeug lässt sich diese Aufgabe heute lärmreduziert und CO₂-neutral bewältigen. Die Geräuschemissionen sind dabei so gering, dass Anwohner die Durchfahrt oft kaum noch bemerken – ein enormer Gewinn für die Lebensqualität in Wohnquartieren.

Auf jeder Fahrgestellseite konnte ein 208-kW-Batteriepaket verbaut werden.

Technik-Basis des Scania Kehrichtfahrzeug

Als Fahrgestell für die beiden identischen Fahrzeuge dient der Scania 30R B 6×2*4 NB. Es verfügt über eine 8-Tonnen-Vorderachse sowie eine Bogietragkraft von 21 Tonnen an den Hinterachsen. Entscheidend für den urbanen Einsatz ist die lenk- und liftbare Nachlaufachse: Sie garantiert die notwendige Wendigkeit in engen Quartierstrassen. Vor der Inbetriebnahme wurde dieser Radius durch die Verantwortlichen akribisch geprüft, um im Alltagseinsatz keine Überraschungen zu erleben.

Erste Praxistests vor der offiziellen Inbetriebnahme, ob es mit dem gewählten Rad-stand und dem daraus folgenden Wendekreis auch wirklich funktioniert.

Leiser Antrieb und hohe Effizienz

Das Herzstück bildet der EM300C1-4 Elektroantrieb. Ein Elektromotor gibt seine Leistung über ein lastschaltbares 4-Gang-Getriebe an die Hinterachse ab. Durch die Gangstufung arbeitet der Motor stets im optimalen Kennfeld, was ein hervorragendes Energie- und Leistungsspektrum abdeckt. Neben der Emissionsfreiheit überzeugt vor allem die tiefe Geräuschkulisse, die den Arbeitsalltag für Personal und Anwohner deutlich angenehmer gestaltet.

Vollelektrischer Aufbau für das Scania Kehrichtfahrzeug

Um den Pressaufbau emissionsfrei zu betreiben, ist ein speziell konzipierter Nebenantrieb (EL60DC1) mit bis zu 60 kW Leistung verbaut. Das Gesamtsystem greift auf eine Batteriekapazität von 416 kWh zu. Dieses Set-up stellt sicher, dass sowohl der Fahrantrieb als auch alle hydraulischen Funktionen des Aufbaus jederzeit über ausreichend Energie verfügen, um einen komplett CO₂-freien Betrieb zu gewährleisten.

Die ebenfalls vollelektrischen Stummer Medium X2 Kehrichtaufbauten wurden durch die Firma Contena Ochsner AG aus Urdorf geliefert.

Komfort und beeindruckende Reichweite

Die CR17N-Kabine bietet Platz für vier Personen, sodass die Belader für Fahrten zur Entsorgungsstelle sicher im Fahrerhaus mitfahren können. Nach den ersten Einsatzwochen ziehen die Projektverantwortlichen eine äusserst positive Bilanz. Besonders die Reichweite übertraf die Erwartungen: Nach einem vollen Arbeitstag mit über 400 Beladungen verbleibt eine Restladung von rund 65 Prozent. Eine Zwischenladung über Mittag ist somit hinfällig. Dies erlaubt es der Gemeinde Ostermundigen, die Ladeleistung nachts zu drosseln, was die Akkulebensdauer schont und die Spitzenlastkosten beim Strombezug senkt.

Modernes Fahrerhausinnere mit allen wichtigen Informationen im optimalen Sichtfeld.

Autarke Infrastruktur

Geladen wird aktuell über mobile Stationen auf dem Werkhof. Geplant ist zudem eine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach inklusive Batteriespeicher, um die Fahrzeuge künftig völlig unabhängig vom Stromnetz mit eigenem Solarstrom zu betreiben.

Renault Group übernimmt die Führung bei Flexis

LETZTE MEILE Die Partner Renault Group, Volvo Group und CMA-CGM passen das Geschäftsmodell ihres Joint Ventures Flexis S.A.S. an. Die Volvo Group bleibt über Renault Trucks als strategischer Investor und Vertriebspartner an Bord, um ab 2027 eine neue Generation elektrischer Transporter zu vermarkten.

Die drei in Paris präsentierten Flexis-Modelle Step-in-Van, Cargo-Van und Panel-Van (von links)
Die drei Flexis-Modelle Step-in-Van, Cargo-Van und Panel-Van (von links; bei Renault heissen sie Estafette, Goelette und Trafic E-Tech Electric)

Die Volvo Group, die Renault Group und der Logistikriese CMA-CGM haben eine Vereinbarung zur strategischen Neuausrichtung von Flexis getroffen. Im Kern der Transaktion steht der Rückkauf der Anteile: Renault erwirbt die 45-prozentige Beteiligung der Volvo Group sowie die 10 Prozent von CMA-CGM an Flexis S.A.S.

Trotz der Verschiebung der Eigentumsverhältnisse betonen alle Parteien, dass die Zusammenarbeit und das Engagement für das Projekt unvermindert hoch bleiben. Die Volvo Group wird über ihre Marke Renault Trucks weiterhin als Partner und Investor agieren. Ab 2027 wird Renault Trucks die unter Flexis entwickelten Produkte über sein eigenes Händlernetz vertreiben. Dies wurde auch von der Schweizer Vertriebsorganisation bestätigt. Damit folgt das Projekt dem bereits erfolgreichen Geschäftsmodell für leichte Nutzfahrzeuge (LCV) der Marke Renault, bei dem Renault Trucks die Plattformen der Renault Group nutzt und für seine spezifischen Kundenbedürfnisse adaptiert.

Die Revolution der «Software Defined Vehicles»

Das im Oktober 2023 gestartete Projekt Flexis zielt darauf ab, den Markt für leichte Nutzfahrzeuge mit einer völlig neuen Generation von vollelektrischen Transportern zu revolutionieren. Das Herzstück ist eine sogenannte Software Defined Vehicle (SDV)-Plattform.

Die von Renault entwickelte batterieelektrische Skateboard-Plattform mit zwei unterschiedlichen Batteriegrössen bildet die Basis aller Fahrzeuge.
Die von Renault entwickelte batterieelektrische Skateboard-Plattform mit zwei unterschiedlichen Batteriegrössen bildet die Basis aller Fahrzeuge.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Transportern ist die Architektur dieser Fahrzeuge primär auf Software und Vernetzung ausgelegt. Dies ermöglicht ein breites Ökosystem an massgeschneiderten Logistiklösungen, Echtzeit-Flottenmanagement und eine deutlich höhere Effizienz im urbanen Lieferverkehr. Die Partner reagieren damit auf den wachsenden Druck in der City-Logistik und die strengen CO₂-Vorgaben in Europa.

Die Modell-Offensive: Trafic, Estafette und Goelette

Bei den Flexis-Modellen handelt es sich um baugleiche Derivate der neuen elektrischen Renault-Palette:

  • Trafic E-Tech: Die elektrische Version des bewährten Transporters bildet die Basis.
  • Estafette: Eine Neuinterpretation des legendären Stadtlieferwagens, optimiert für den urbanen Kurierdienst mit Fokus auf Ergonomie und Konnektivität.
  • Goelette: Dieses Modell (dessen Name noch nicht abschliessend definiert ist) zielt auf höhere Nutzlastklassen ab und vervollständigt das Portfolio nach oben.

Einordnung und Marktausblick für Renault Group und Flexis

Obwohl Renault nun die Mehrheit übernimmt, bleibt die industrielle Basis breit abgestützt. Die Produktion wird im Renault-Werk Sandouville (Frankreich) erfolgen, in das bereits massiv für die neue Plattform investiert wurde.

Für die Volvo Group hat der Anteilsverkauf keine wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Vielmehr erlaubt es dem schwedischen Konzern, sich auf die Vermarktung und den Service über Renault Trucks zu konzentrieren, ohne die volle operative Verantwortung für die Fahrzeugentwicklung tragen zu müssen. Renault Trucks hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 seine Verkäufe von leichten Nutzfahrzeugen zu verdoppeln.

Die Vereinbarung steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen, doch der Zeitplan für den Marktstart im Jahr 2026/2027 bleibt bestehen.

Flux Technology als High-Tech-Engineering-Einheit lanciert

SCHWEIZER INNOVATION Mit Flux Technology erweitert die Flux Mobility AG ihr Geschäftsmodell um einen eigenständigen Entwicklungs- und Beratungsbereich für elektrische Nutz- und Spezialfahrzeuge. Flux geht damit bewusst einen Weg, den nur wenige Unternehmen glaubwürdig abbilden können.

Die Teams von Flux Technology kennen den gesamten Zyklus eines Fahrzeuges, von der Architekturentscheidung über die Absicherung bis zur Optimierung bestehender Plattformen.

Während viele Dienstleister aus der Beratung kommen und Produkte häufig primär aus Projektunterlagen kennen, entsteht Flux Technology aus der Entwicklung und dem Betrieb eigener Produkte. Aus dem Alltagseinsatz, aus der Serien- und Betriebsverantwortung, aus Homologation, Inbetriebnahme und Service. Diese vollständige Kette ist die Grundlage für Entwicklungen, die nicht theoretisch bleiben, sondern in anspruchsvollen Anwendungen Bestand haben.

Seit der Gründung im April 2021 entwickelt Flux Mobility in Winterthur leichte, vollelektrische Nutzfahrzeuge und Speziallösungen auf Basis eines eigenen Plattformkonzepts. Die Fahrzeuge sind bei Gemeinden, Betrieben und Einsatzorganisationen im täglichen Einsatz. Diese Erfahrung aus dem Feld bildet den Kern von Flux Technology und umfasst Systemarchitektur, Hochvolt- und Energieverteilung, E/E-Integration, Fahrdynamik, Sicherheits- und Diagnosestrategien sowie die Absicherung im Betrieb.

Flux Technology entstand aus der Entwicklung und dem Betrieb eigener Produkte.

Im Zentrum steht die Software

In modernen elektrischen Nutzfahrzeugen ist die Software nicht ein nachgelagerter Bestandteil, sondern das Element, das die Plattform in ein präzise steuerbares System verwandelt. Sie definiert die Interaktion der Steuergeräte, orchestriert Energie- und Thermomanagement, steuert Lade- und Schutzfunktionen und ermöglicht verlässliche Diagnostik. Damit entscheidet die Software über Reichweite, Verfügbarkeit, Wartungsfreundlichkeit und letztlich über die Wirtschaftlichkeit im Flottenbetrieb.

Flux Technology spezialisiert sich darauf, dieses praxiserprobte Know-how weiterzugeben. Der Fokus liegt auf Gesamtentwicklungen, der Integration neuer Systeme in bestehende Architekturen, der Steigerung von Zuverlässigkeit und Effizienz sowie auf der Entwicklung, Validierung und Absicherung von Fahr- und Funktionssoftware. Hinzu kommt eine grosse Erfahrung in Hypercare-Phasen, in denen reale Betriebsdaten systematisch ausgewertet, Ursachen schnell eingegrenzt und Verbesserungen kontrolliert in robuste Freigabe- und Update-Prozesse überführt werden. So entstehen Lösungen, die nicht nur im Labor überzeugen, sondern unter realen Lastprofilen stabil laufen, skalierbar sind und sich über den gesamten Lebenszyklus wirtschaftlich betreiben lassen.

Die Software verwandelt die Plattform in ein präzise steuerbares System.

Flux Technology bietet Engineering-Know-how

Mit der Lancierung von Flux Technology öffnet Flux sein Engineering-Know-how für OEMs, Systemlieferanten, Aufbauhersteller und Flottenbetreiber, die komplexe Elektrifizierungsprogramme unter hohem Zeit- und Kostendruck umsetzen müssen und dabei zugleich höchste Anforderungen an Qualität, Functional Safety, Diagnosefähigkeit und Systemstabilität haben.

Flux Technology positioniert sich dabei als Hightech-Partner an der Schnittstelle von Hardware, Software und Betrieb. «Wir haben Flux immer als Engineering-Unternehmen mit eigenen Produkten verstanden, die zu den Besten gehören – Flux Technology ist der logische nächste Schritt», sagt Duga Hoti, Gründer und CEO der Flux Mobility AG. «Unsere Teams kennen den gesamten Zyklus eines Fahrzeuges, von der Architekturentscheidung über die Absicherung bis zur Optimierung bestehender Plattformen. Dieses 360-Grad-Wissen stellen wir jetzt gezielt anderen Unternehmen zur Verfügung.»

Retripa erweitert Elektroflotte mit Renault Trucks E-Tech C P8×4

ENTSORGUNG Mit dem neuen vollelektrischen Fahrzeug verstärkt die Retripa-Gruppe ihre Strategie für eine nachhaltige, emissionsarme Abfallwirtschaft und erweitert ihre bereits bestehende Elektroflotte.

Geladen wird die firmeneigene Retripa-Elektroflotte durch an mehreren Standorten erzeugten Solarstrom.

Retripa zählt zu den führenden Unternehmen für Sammlung, Sortierung und Recycling in der Westschweiz. Die Gruppe beschäftigt rund 250 Mitarbeitende, betreibt neun Sortierzentren und verarbeitet jedes Jahr nahezu 250.000 Tonnen Abfälle und wiederverwertbare Materialien. Ein wichtiger Fokus liegt auf der Eigenproduktion von Solarenergie an mehreren Standorten – diese ermöglicht unter anderem das CO₂-neutrale Laden der firmeneigenen Elektroflotte aus schweren Lastwagen.

E-Tech C P8×4 ergänzt Retripa-Elektroflotte

Bereits drei Renault Trucks E-Tech D Wide 6×2 haben im Alltagseinsatz überzeugen können. Mit dem neuen E-Tech C P8×4 nimmt Retripa nun das erste Elektrofahrzeug dieser Bauart auf einem serienmässigen 8×4-Fahrgestell in Betrieb und leert damit täglich bis zu 100 unterirdische Container. Dank seines leisen, emissionsfreien Betriebs eignet es sich besonders für dicht besiedelte Gebiete.

Mit dem neuen Renault Trucks E-Tech werden täglich bis zu 100 unterirdische Container geleert.

«Unsere positiven Erfahrungen mit den ersten E-Fahrzeugen haben uns motiviert, den Schritt zum grossen C P8x4 zu wagen», erklärt Direktor Xavier Mahue. «Überzeugt hat uns aber nicht nur die technische Serienreife, sondern auch die umfassende Herangehensweise von Renault Trucks – vom Fahrzeug bis zum After-Sales-Service.»

Auch der Fahrer zeigt sich überzeugt vom neuen E-Lkw: «Vom ersten Tag an hatte ich Vertrauen in das Fahrzeug. Es ist kraftvoll, sicher und gleichzeitig angenehm leise.»

Innovative Sicherheitslösung für den Kraneinsatz

Gemeinsam mit Renault Trucks wurde zudem eine spezielle Sicherheitslösung für den Kran entwickelt. Technischer Direktor Christophe Leroy erläutert: «Wir wollten u.a. für dieses Spezialfahrzeug von Beginn an eine Zusatzsicherung für den Kran, um das Risiko durch Überhöhe – etwa beim Passieren von Brücken oder Tunneln – auszuschliessen. Renault Trucks hat das Zusatzkonzept schnell und zuverlässig umgesetzt.»

Auch die Fahrer zeigen sich überzeugt vom neuen E-Lkw.

Nachhaltigkeit, kurze Wege und eine starke Partnerschaft

Retripa setzt auf eine ganzheitlich nachhaltige Lösung: Die Elektroflotte wird mit selbst erzeugter Solarenergie geladen – gewonnen aus Photovoltaikanlagen auf den Dächern und gespeist über firmeneigene Ladestationen. Damit schliesst sich der Kreis: ein leises, sauberes Sammelfahrzeug, betrieben mit regional produziertem Strom. Nachhaltigkeit endet für Retripa jedoch nicht bei der Energieversorgung. Auch die Zusammenarbeit mit Renault Trucks folgt diesem Prinzip: kurze Wege, schnelle Lösungen und eine starke Partnerschaft. Die Renault-Trucks-Garage in Aclens liegt nur wenige Kilometer von den Einsatzorten entfernt. Mit dem neuen E-Tech C P8×4 schreiben beide Unternehmen ein weiteres Kapitel auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft – praxisnah, effizient und in bewährter Zusammenarbeit.

Hupac Gruppe ernennt Britta Weber zur neuen CEO

PERSONALIE Die Hupac Gruppe gibt die Ernennung von Britta Weber (42) zur neuen Chief Executive Officer (CEO) bekannt. Die aktuelle Vizepräsidentin UPS Healthcare für Europa und Asien wird zum 1. Juli 2026 zur Hupac Gruppe wechseln. Sie folgt auf Michail Stahlhut, dessen Rücktritt bereits bekanntgegeben wurde.

Britta Weber wird die erste Frau an der Spitze der Hupac Gruppe.

In der fast 60-jährigen Firmengeschichte wird Britta Weber erst die vierte CEO der Hupac Gruppe – und zugleich die erste Frau an der Spitze des Unternehmens. Mit ihrer Ernennung gewinnt die Gruppe eine international erfahrene Führungspersönlichkeit mit ausgewiesener Expertise in den Bereichen Logistik, Supply Chain Management und Organisationsentwicklung. In allen Hauptmärkten der Hupac Gruppe hat die Top-Managerin bereits gelebt und erfolgreich gearbeitet.

Mit dieser Entscheidung stellt der Verwaltungsrat die Weichen für die nächste Entwicklungsphase der Gruppe. Im Fokus stehen die strategische Weiterentwicklung des kombinierten Verkehrs, der Ausbau nachhaltiger Transportlösungen sowie die Stärkung der Marktposition von Hupac als führende Anbieterin im intermodalen Landverkehr in Europa.

«Ich freue mich sehr, Britta Weber in ihrer neuen Rolle begrüssen zu dürfen. Sie verfügt über zwanzig Jahre internationale Erfahrung in der Logistikbranche: sie verbindet eine klare strategische Vision mit ausgeprägter Führungsstärke und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden», sagt Hans-Jörg Bertschi, Präsident des Verwaltungsrats von Hupac.

Britta Weber soll nächste Entwicklungsphase der Gruppe gestalten

Britta Weber ergänzt: «Es ist für mich eine grosse Ehre, Teil der Hupac Gruppe zu werden. Hupac steht für weit mehr als ein erfolgreiches Unternehmen, sie lebt einen klaren gesellschaftlichen Auftrag: nachhaltige Logistik und die konsequente Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene. Besonders freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit dem starken Managementteam, dem ich mit grossem Respekt für das Erreichte begegne. Mit grosser Motivation und Freude werden wir gemeinsam die nächste Entwicklungsphase der Gruppe erfolgreich gestalten».

In der Übergangsphase wird die operative Führung durch die beiden Stellvertreter des CEO, Benedetta Masciari und Alessandro Valenti, sowie durch Bernhard Kunz, Delegierter des Verwaltungsrates, sichergestellt.

Profil der Hupac Gruppe

Hupac ist einer der führenden Netzwerkbetreiber im intermodalen Verkehr auf den europäischen Korridoren. Mit rund 1 Million transportierten Strassensendungen pro Jahr und täglich 130 Zügen verbindet Hupac die wichtigsten europäischen Wirtschaftsräume sowie Destinationen bis nach Fernost. Als Pionier digital vernetzter Logistiklösungen trägt das Unternehmen wesentlich zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und damit zum Umwelt- und Klimaschutz bei.

Gegründet 1967 in Chiasso (Schweiz), ist Hupac heute eine internationale Unternehmensgruppe mit 24 Gesellschaften in der Schweiz, Italien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Spanien, Polen, Russland und China. Rund 730 Mitarbeitende, eine moderne Flotte mit 8300 Modulen sowie digital gesteuerte Terminals an zentralen europäischen Knotenpunkten sichern zuverlässige und zukunftsorientierte Transportlösungen im Kombinierten Verkehr.

Volvo Trucks verkauft 10.000 gasbetriebene Lkw weltweit

ALTERNATIVE ANTRIEBE Die gasbetriebenen Lkw von Volvo Trucks verzeichnen steigende Absatzzahlen. Dank starker Produkte sowie einer günstigen Versorgungslage und attraktiven Preisen für Treibstoffe war das Jahr 2025 das bisher beste Verkaufsjahr für Volvos gasbetriebene Lkw.

Gasbetriebene Motoren sind für die schweren Baureihen Volvo FM, Volvo FH und Volvo FH Aero verfügbar.

Seit Einführung der Technologie im Jahr 2018 hat Volvo Trucks weltweit mehr als 10.000 gasbetriebene Lkw ausgeliefert. Der grösste Markt ist derzeit das Vereinigte Königreich, gefolgt von Deutschland, Schweden, den Niederlanden, Norwegen und Frankreich. Weitere Wachstumsmärkte sind Indien und Lateinamerika, wo die Verkaufszahlen kontinuierlich steigen.

Die gasbetriebenen Motoren von Volvo Trucks sind für die schweren Baureihen Volvo FM, Volvo FH und Volvo FH Aero verfügbar und können problemlos mit Bio-LNG (einem nicht fossilen Gas aus organischen Abfällen, das verflüssigtes Erdgas ersetzt) oder konventionellem LNG betrieben werden.

«Die Gasmotorentechnologie von Volvo Trucks ist führend in Bezug auf Leistung, Drehmoment, Ansprechverhalten und Treibstoffeffizienz. Unsere Kunden schätzen zudem die starke Performance, das Fahrverhalten und den hohen Komfort unserer gasbetriebenen Lkw», sagt Jan Hjelmgren, Leiter der Abteilung Produktmanagement und Qualität bei Volvo Trucks. «Wir sehen erhebliches Potenzial für gasbetriebene Fahrzeuge als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem emissionsfreien Güterverkehr.»

Gasbetriebene Lkw mit Reichweitenvorteil

Die gasbetriebenen Lkw von Volvo können mit einer einzigen Tankfüllung bis zu 1000 Kilometer zurücklegen und eignen sich damit ideal für den Fernverkehr, den regionalen Verteilerverkehr sowie für Einsätze im Baugewerbe. Sie stellen eine praxistaugliche Alternative zu anderen emissionsarmen Lösungen dar, insbesondere in einer Zeit, in der Transportunternehmen und Logistikkunden verstärkt auf nachhaltigere Optionen setzen.

Zahlreiche Länder verfügen inzwischen über ein gut ausgebautes Netz an Gastankstellen sowie über einen schnell wachsenden Zugang zu Bio-LNG. Beispiele hierfür sind Deutschland, Norwegen, Finnland und Schweden, wo inzwischen alle Gastankstellen diesen Treibstoff anbieten. Dies ermöglicht vielen Flottenbetreibern CO₂‑Reduktionen von bis zu 100 % («Well‑to‑Wheel»).

Die gasbetriebenen Motoren können problemlos mit Bio-LNG oder konventionellem LNG betrieben werden.

Die fortschrittliche Gasmotorentechnologie von Volvo Trucks basiert auf dem sehr erfolgreichen D13‑Antriebsstrang und erreicht eine dieselähnliche Leistung bei deutlich reduziertem CO₂‑Ausstoss.

Fakten zu den LNG-Lkw von Volvo Trucks

  • Volvo Trucks nutzt für seine gasbetriebenen Modelle die treibstoffeffiziente HPDI‑Technologie (High Pressure Direct Injection) des Zulieferers Cespira.
  • Das Gasmotorensystem verwendet eine geringe Menge Diesel als Zündkraftstoff. Wird hierfür HVO (Hydriertes Pflanzenöl) eingesetzt, können die CO₂‑Emissionen im Vergleich zu einem dieselbetriebenen Lkw um bis zu 100 % («Well-to-Wheel») gesenkt werden.
  • Biomethan wird aus organischen Abfällen erzeugt, gereinigt und anschliessend zu Bio‑LNG verflüssigt.
  • Bio‑LNG ist ein zentraler erneuerbarer Treibstoff für Verbrennungsmotoren und ein wichtiger Bestandteil der Volvo-Trucks-Strategie, bis 2040 Netto‑Null‑Emissionen zu erreichen.
  • Die Drei‑Wege‑Strategie von Volvo Trucks zur Erreichung von Netto-Null‑Emissionen umfasst Batterie‑Elektrofahrzeuge, Brennstoffzellen‑Fahrzeuge und Verbrennungsmotoren mit erneuerbaren Treibstoffen.
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